„Jane Fonda in fünf Akten“: „dokFilm“ zum 85. Geburtstag der Filmikone – am 18. Dezember in ORF 2

Porträt eines bewegten Frauenlebens, danach Kultstreifen „Barbarella“

Wien (OTS) – Am 21. Dezember 2022 wird Filmikone Jane Fonda 85: Der ORF würdigt die jung gebliebene Jubilarin am Sonntag, dem 18. Dezember, im „dokFilm“ um 23.05 Uhr in ORF 2 mit dem Porträt „Jane Fonda in fünf Akten“, das den Weg des einst verunsicherten, bulimischen Mädchens von nebenan zu einer der bedeutendsten Frauenpersönlichkeiten Hollywoods nachzeichnet: über die Rolle der interstellaren Sexbombe Barbarella, das Engagement der politischen Aktivistin „Hanoi-Jane“, ihren Einsatz als Vorturnerin des Aerobic-Hypes und Gallionsfigur des Feminismus bis hin zur zweifachen Oscar-Preisträgerin und rigorosen Klimaschützerin. Der Film von Susan Lacy beleuchtet ein spannendes Frauenleben voller Widersprüche und erzählt davon, wie der Hollywood-Star viele Rollen spielen musste, um letztendlich bei sich selbst anzukommen. Die preisgekrönte Regisseurin gliedert ihre Dokumentation in fünf Akten: Dabei spielen die vier Männern in wichtigen Lebensphasen Jane Fondas eine Rolle – Henry Fonda, Roger Vadim, Tom Hayden sowie Ted Turner – und schließlich Jane Fonda selbst. Der Publikumsliebling gewährt sehr private Einblicke und offenbart einen schillernden Charakter mit einer tiefen Verletzlichkeit, Naivität, Mut und Tapferkeit – sowie großer Anziehungskraft.

Anschließend an den „dokFilm“ ist Jane Fonda als „Barbarella“ (1.15 Uhr) im gleichnamigen Science-Fiction-Märchen der Sechziger Jahre zu sehen, mit dem die Schauspielerin zum Sexsymbol einer ganzen Generation wurde. ORF 2 zeigt den Kultstreifen von 1967 bereits am Freitag, dem 16. Dezember, um 23.20 Uhr.

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Sie ist die Tochter von Hollywood-Ikone Henry Fonda und verkörperte als Teenager das süße Mädel von nebenan. Später mutierte Jane Fonda vom aufreizenden Weltraum-Pin-up zum Feindbild – wegen ihres Vietnam-Engagements war sie eine Zeitlang eine der meistgehassten Frauen der USA. Um Geld für ihre Polit-Kampagnen zu lukrieren, turnte sie der Welt etwas vor und brachte als enorm populäre Aerobic-Queen die Heimvideo-Industrie erst so richtig in Schwung. Ihre schauspielerischen Leistungen brachten ihr schließlich zwei Oscars ein.

Bis vor Kurzem stand Jane Fonda an der Seite von Lily Tomlin für die preisgekrönte Comedy-Serie „Grace and Frankie“ über Wehrhaftigkeit und Wehwehchen alter Menschen vor der Kamera. Auf den roten Teppichen macht sie auch noch mit Mitte 80 eine atemberaubende Figur. Und unverdrossen mutig marschiert sie weiter auf den Straßen Washingtons – im Protest gegen die lahmende Klimapolitik der USA. Dass sie deswegen mehrmals in Handschellen abgeführt wurde, quittiert die Diva mit Gelassenheit. Jane Fonda ist ein Weltstar, bei Publikum und Kritik für ihre Schauspielkunst gewürdigt und geliebt. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau und scheint mit den Jahren anwachsend furchtlos zu sein. Und doch: In Susan Lacys Film wird deutlich, dass so manche seelische Verletzung nie ausheilt.

Henry Fonda verkörperte den guten, den aufrechten und moralisch integren Amerikaner. Zum Ehemann und Vater taugte er wenig. Jane buhlte vergebens um die Aufmerksamkeit des meist Abwesenden, der die psychische Erkrankung und den späteren Suizid seiner Frau kaum zur Kenntnis zu nehmen schien. Jane empfand er als zu dick – sie entwickelte Bulimie, die sie jahrzehntelang geheim hielt. In der Erinnerung an diese Zeit kann die Schauspielerin nicht verbergen, wie tief diese frühen Verletzungen sitzen. Der vielen „Mädchen von nebenan“-Rollen, auf die Jane Fonda zu Beginn ihrer Karriere festgelegt war, war sie bald überdrüssig.

Sie suchte neue Herausforderungen in Frankreich – und lernte Regisseur Roger Vadim kennen. Der charismatische Ex-Mann von Brigitte Bardot heiratete Fonda und verpflichtete sie zu einer ihrer Publicity-trächtigsten Rollen: als Weltraum-Sirene Barbarella, deren legendären Striptease sie nur im Wodka-Rausch absolvieren konnte. Die Ehe mit Vadim, aus der Tochter Vanessa hervorging, endete, als Jane Fonda ihr politisches Bewusstsein entdeckte. Im Aktivisten Tom Hayden fand sie einen Verbündeten und ihren zweiten Ehemann. Als sie 1972, mitten im Vietnamkrieg, nach Hanoi reiste und sich auf einer Kanone der Vietnamesen fotografieren ließ, wurde sie als „Hanoi-Jane“ verfemt und stand nahezu im Rang einer Staatsfeindin. In diesen Jahren erhielt sie zwei Oscars für ihre Schauspielkunst und setzte sich in jeder freien Minute für demokratiepolitische Projekte ein. „Wir urlaubten in Krisengebieten. Alles, was nur im Entferntesten nach Establishment roch, beäugten meine Eltern mit Skepsis“, sagt Sohn Troy Garity in der Doku.

Ihre dritte Ehe schloss Fonda mit Medientycoon Ted Turner. Wieder eine erstaunliche Transformation – vom rastlosen Hippie-Leben auf die Milliardärs-Ranch. Sie habe immer ihren Männern gefallen wollen, sei nie authentisch gewesen. Als sie bei sich selbst angekommen war, als sie sich selbst erkannte, verließ sie Turner. Die Doku erzählt eine lange Reise vom Weibchen zur Feministin. Es ist ihre kompromisslose Ehrlichkeit, mit der Jane Fonda so beeindruckt.

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