
Oö. Volksblatt: „Objektivität gefragt“ (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 16. Februar 2023
Ein Problem von Corona war, dass es keine Blaupause gab, dass man improvisieren musste und nicht auf Vergleichbares zurückgreifen konnte. Und daher ist es ein Gebot der Stunde, dass man sich jetzt alle Maßnahmen genau anschaut und im Detail die Aus- und Nebenwirkungen analysiert. Das Ziel muss sein, bei der nächsten Pandemie ein bisschen gescheiter zu sein. Selbstredend steht es der Opposition frei, zusätzlich einen Untersuchungsausschuss durchzuführen. Aber wie der letzte U-Ausschuss gezeigt hat, wird daraus eher eine parteipolitische Abrechnung denn eine brauchbare Handlungsanleitung für kommende Krisen. Aber die brauchen wir. Und vielleicht gelingt es durch einen „objektiven“ Blick jenseits der parteilichen Brille und der daraus resultierenden transparenten Analyse auch, dass Gräben zugeschüttet werden. Denn eines ist klar: Fehler wurden zwar gemacht, aber nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Sorge um die Menschen. Und auch die „Maßnahmen-Gegner“ sollten sich selbstkritisch fragen, ob man wirklich zu allen getätigten Aussagen und Handlungen heute noch stehen kann oder auch das eine oder andere Urteil nicht revidieren sollte. Wenn das außer Streit gestellt werden könnte, wäre ein großer Schritt geschafft.
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