TERMIN: Internationaler Frauentag – Gewerkschaft vida fordert Entlastung für Frauen bei Care-Arbeit

Aktion der vida-Frauen mit Beschäftigten am 8. März ab 8 Uhr mit Foto-, Film,- und Interviewmöglichkeit vor dem Krankenhaus St. Josef in Wien

Anlässlich des Internationalen Frauentags macht die Frauenabteilung der Gewerkschaft vida Wien gemeinsam mit Betriebsrätinnen und Kolleginnen am 8. März vor dem Wiener Krankenhaus St. Josef auf die Doppelbelastung berufstätiger Frauen, die zu Hause auch Care Arbeit leisten müssen, aufmerksam. Sie fordern ein Recht auf Vollzeitarbeit, ergänzt mit besseren Kinderbetreuungsangeboten für Berufstätige und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit, wodurch nicht nur Frauen, sondern auch Männer mehr Zeit für Care-Arbeit haben würden. Zudem fordert die Gewerkschaft höhere Mehrarbeitszuschläge (derzeit gesetzliche 25 Prozent) für Teilzeitbeschäftigte. Diese Forderungen untermauern Krankenhausbeschäftigte in Arbeitskleidung mit einer Aktion vor Ort, bei der die Fülle an Aufgaben bei der Care-Arbeit plakativ mit an einer Wäscheleine aufgehängten Gegenständen wie etwa Kinderspielzeug oder Putzmittel sowie mit Pflegeutensilien dargestellt wird. Die VertreterInnen der Medien sind zur Aktion mit Foto-, Film,- und Interviewmöglichkeit herzlich eingeladen!  

Sogenannte Care-Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen liegen zum Großteil in den Händen von Frauen. Während der Coronapandemie leisteten Frauen laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien ganze 17,5 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche mehr als Männer. 60 Prozent der Care-Arbeit wurden von Frauen verrichtet. Laut Berechnungen der Statistik Austria entspricht das einem Gegenwert von 108 Milliarden Euro. Die Folge dieser Doppelbelastung ist, dass fast jede zweite berufstätige Frau in Österreich in Teilzeit arbeitet.  

Sonja Haider, Betriebsratsvorsitzende des St. Josef Krankenhauses in Wien, weiß dazu, „Viele unserer KollegInnen würden gerne mehr als nur Teilzeit arbeiten. Das scheitert aber oft an fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Vor allem Kolleginnen, die aus dem ländlichen Raum zur Arbeit einpendeln, erzählen mir immer wieder, dass bei ihnen zu Hause einfach zu wenig Kinderbetreuungsplätze angeboten werden, die mit einer Vollzeitstelle im Einklang stehen würden“.    

Neben einem Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen würde auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich Frauen die Vereinbarkeit von Familie, Care-Arbeit und Job erleichtern. Aber auch Männer erhielten dadurch die Chance, mehr Zeit mit ihren Familien und Kindern zu verbringen, was wiederum die Frauen bei der Care-Arbeit entlasten würde. Die Arbeitszeitverkürzung etwa in Island habe zu einer ausgewogeneren Verteilung der Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern geführt, sagt Haider. Laut dem Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich wünschen sich auch hierzulande mehr als die Hälfte der Vollzeitbeschäftigen weniger Wochenarbeitsstunden. Das sei kein Wunder, denn die letzte gesetzliche Arbeitszeitverkürzung ist schon 45 Jahre her, so die Betriebsratsvorsitzende.  

Die Wiener vida-Landesfrauenvorsitzende und Gemeinderätin Yvonne Rychly will für mehr Gerechtigkeit in unsere Gesellschaft sorgen und fordert, „Österreich braucht endlich familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, wie das Familienarbeitszeitmodell von ÖGB und AK, einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr des Kindes und flächendeckende Angebote für die Betreuung von Kindern und älteren Menschen“. Nur mit einem Recht auf Vollzeitarbeit hätten Frauen auch eine echte Wahlmöglichkeit, in Teilzeit oder Vollzeit zu arbeiten, und damit hätten sie auch die Chance auf mehr Unabhängigkeit, so Rychly.  

Bitte merken Sie vor: 

Zeit: 8. März 2023 um 8 Uhr 

Ort: Krankenhaus St. Josef, Auhofstraße 189, 1130 Wien

Die GesprächspartnerInnen vor Ort: 

Yvonne Rychly, Wiener vida-Landesfrauenvorsitzende und Gemeinderätin 

Sonja Haider, Betriebsratsvorsitzende St. Josef Krankenhaus 
Harald Steer, Vorsitzender Fachbereich Gesundheit Gewerkschaft vida Wien 

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Mobil: 0664 6145 733
E-Mail: hansjoerg.miethling@vida.at
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