FWF-Rekordförderung für zwei Projekte der Central European University

Wissenschaftsfonds FWF kürt zwei Projekte der CEU in den Geisteswissenschaften

Der FWF hat sich mit der Förderoffensive excellent=austria dazu verschrieben, gemeinsam mit österreichischen Forschungsstätten, Projekte in noch nie dagewesenem Umfang zu fördern. Die Förderschiene „Clusters of Excellence“ hat die Stärkung von Grundlagenforschung und das Aufbrechen etablierter Denkansätze zum Ziel. Diese FWF-Offensive ist die mit Abstand höchst dotierte Forschungsförderung Österreichs. Gleich zwei Forschungsclustern unter Beteiligung der Central European University wurde eine mehrjährige Förderung aus diesem Fonds bewilligt. 

“Seit ihrer Ankunft in Österreich 2019 hat sich die CEU als eine der führenden Universitäten des Landes in den Sozial- und Geisteswissenschaften etabliert. Sie wurde eingeladen, sich im Rahmen der FWF-Initiative ‘Clusters of Excellence’, dem ambitioniertesten Förderwettbewerb Österreichs, zu bewerben. Umso erstaunlicher, dass die CEU gleich im ersten Anlauf mit zwei Projekten reüssieren konnte. Das Projekt ‚Knowledge in Crisis – Wissen in der Krise‘ des Philosophie Department der CEU wurde von der renommierten internationalen Jury ausgezeichnet. Ein weiteres Projekt mit Beteiligung von CEU-Historiker:innen‚ EurAsian Transformations‘ wird ebenfalls gefördert. Wir sind stolz auf diese Erfolgsquote und diese außergewöhnliche Anerkennung der Forschungskompetenz der CEU. Ich gratuliere meinen Kolleg:innen zu ihren herausragenden Leistungen. Ich freue mich sehr auf die Kooperation auf höchstem Niveau mit anderen, hochkarätigen österreichischen Universitäten. Unser Ziel ist es, die CEU fest in der Hochschullandschaft Österreichs zu verankern und ihr internationales Profil weiter zu schärfen.”, sagt Shalini Randeria, Rektorin der Central European University. 

KNOWLEDGE IN CRISIS – DIE KRISE DES WISSENS VERSTEHEN UND ÜBERWINDEN 

Wir stehen vor einer Krise des Wissens – diese Diagnose attestiert der philosophische Forschungscluster unter Leitung der CEU unserer Gegenwart. Ziel ist es, nach Möglichkeiten zu suchen, diese Krise zu bewältigen, um unser Verhältnis zum Wissen neu zu gestalten. 

Unsere traditionellen Wissensansprüche werden heute auf zweierlei Weise in Frage gestellt: Erstens durch vielfältige technologische Entwicklungen. Zweitens durch zunehmende politische und intellektuelle Angriffe auf Wissen und Wahrheit als Konzepte. Es gibt zudem eine weit verbreitete Ablehnung von Standards für Wissen und Expertise. 

Die Forscher:innen unter Leitung von Tim Crane, Pro-Rektor an der CEU, sehen dies als Manifestation einer größeren Krise, die praktischer wie theoretischer Natur sei. Sie beeinflusst nicht nur, wie wir unser Leben führen, sondern sie prägt vielmehr unser grundlegendes Verständnis der Welt. Und sie wirft philosophische Fragen auf, deren Beantwortung das Forschungsprojekt anstrebt. 

“Dieser Exzellencluster befasst sich mit grundsätzlichen Fragen des Wissens; viele davon haben tiefgehende soziale, ethische und politische Relevanz. Verschiedene Gebiete der Philosophie, die üblicherweise wenig Berührungspunkte haben, werden hier nun zusammengebracht. Das ist ein noch nie dagewesener Ansatz in der philosophischen Forschung, die auch spannende Möglichkeiten der Nachwuchsförderung bietet.”, erörtert Tim Crane, CEU Pro-Rektor für Lehre und Professor für Philosophie. 

Neben der CEU sind Forscher:innen der Universitäten Graz, Salzburg und Wien an diesem hochrangigen Projekt beteiligt. 

EURASIAN TRANSFORMATIONS – DAS HISTORISCHE ERBE EURASIENS ENTDECKEN 

„EurAsian Transformations“ wird eine Forschungs- und Ausbildungsinfrastruktur für das Studium des eurasischen Raums bilden. Die reichen und vielfältigen textlichen, visuellen und materiellen Ressourcen der letzten 3000 Jahre eurasischer Geschichte bieten noch unentdeckte Einblicke, um die politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen dieser faszinierenden Weltregionen zu erfassen. 

Das kulturelle Erbe dieser Regionen harrt vielfach noch der Aufarbeitung und es gilt, dafür fachübergreifende Forschungsansätze und neue Methoden der Analyse zu entwickeln. 

31 österreichische Wissenschafter:innen an vier Institutionen werden sich im Dialog mit internationalen Partner:innen der Erforschung dieser Themen widmen und in forschungsnaher Lehre eine neue Generation von Doktorand:innen und Nachwuchsforscher:innen mit breiten Kompetenzen ausbilden. 

„Seit wir vor zwei Jahren begonnen haben, mit unseren Partner:innen am Cluster zu arbeiten, haben wir bereits viel über unsere gegenseitigen Forschungsfragen, Methoden und Ziele gelernt und sogar damit begonnen, erste Lehr- und Forschungskooperationen zu realisieren. Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit.”, erklärt Tijana Krstić, CEU Associate Professor im Bereich Geschichte und Mittelalter-Studien. 

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften ist die leitende Institution des Projekts. Die CEU, die Universitäten Wien und Innsbruck sind Teil des Forschungsclusters. Das wichtigste intellektuelle Ziel des Cluster of Excellence besteht darin, die Erforschung Eurasiens mittels eines globalgeschichtlichen Ansatzes, der sich weitgehend auf Quellen in westlichen Sprachen stützt, auf die reichhaltigen Textressourcen der Regionen auszurichten und damit die Grundlage zur Anerkennung einer größeren Vielfalt und Wertschätzung des kulturellen Erbes sowohl in der Forschung als auch in den Lehrplänen zu schaffen.  

HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUR FWF-FÖRDEROFFENSIVE 

excellent=austria ist die Fördersoffensive des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, um den Wissenschaftsstandort Österreich in der internationalen Spitzenklasse weiter zu stärken. Die e=a Programme werden vom Wissenschaftsfonds FWF betreut und bieten Wissenschafter:innen neue Möglichkeiten, um auf höchstem Niveau zu forschen. Universitäten und andere Forschungsstätten können ihre Stärkefelder nachhaltig vertiefen. Ziel ist es, Österreichs Innovationskraft auszubauen und Antworten auf die Herausforderungen von morgen zu finden.  

150 Millionen Euro Förderungsvolumen wurden für die nächsten drei Jahre durch die Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Forschenden stehen dank der gemeinsamen Finanzierung mit den Forschungsstätten (60 Prozent FWF, 40 Prozent Forschungsstätten) somit Fördermittel im Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro für die ersten drei Jahre von excellent=austria zur Verfügung.  

CENTRAL EUROPEAN UNIVERSITY 

Die Central European University (CEU) ist in den USA und Österreich akkreditiert. Sie bietet englischsprachige Bachelor-, Master- und PhD-Programme in den Bereichen Sozial-, Geistes-, Rechts-, Umwelt-, und Politikwissenschaften an. Im Herzen Mitteleuropas mit einem Campus in Wien und einem Standort in Budapest, ist die CEU eine forschungsstarke, kleine Privatuniversität. Geboren aus den sozialen Bestrebungen ihres Gründers versorgt die CEU auch heute noch 80% ihrer Studierenden – viele davon aus dem globalen Süden – mit Stipendien. Die Universität kombiniert die vergleichende Untersuchung der historischen, kulturellen und sozialen Vielfalt der Region mit einer globalen Perspektive auf Themen wie gute Regierungsführung, nachhaltige Entwicklung und soziale Transformation. 

Mag. Anna Maria Hirtenfelder, MA, MIM
Leitung Kommunikation, Marketing & Outreach
Email: hirtenfeldera@ceu.edu
Telefon: +43 676 88649777

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