
ÖGB-Reischl: „Fachkräftebedarf mit gezielter Qualifizierung und mehr Lehrlingsausbildungen stillen“
Klares Ja zu vollen Arbeitsmarkt-Zugang für vertriebene Ukrainer:innen – Menschen dürfen aber nicht zu Dumpinglöhnen ausgebeutet werden
Der weitere Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist ein gutes Zeichen, bedeutet aber mitnichten, dass sich die Wirtschaft auf ihren Lorbeeren ausruhen sollte. „Der rapide Aufschwung sowie die demografischen Veränderungen haben zu einem Bedarf an Fachkräften geführt, der uns vor enorme Herausforderungen stellt“, betont Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB, anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten.
„Es ist unbedingt erforderlich, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt auf offene Stellen zu vermitteln. Dazu gehören gut durchdachte und zielgerichtete Qualifikations-, Aus- und Weiterbildungsprogramme, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für zukunftsträchtige Branchen fit machen. Unternehmen müssen wieder verstärkt Lehrlinge ausbilden und verbesserte Arbeitsbedingungen bieten“, fordert Reischl.
Flüchtlinge dürfen am Arbeitsmarkt nicht ausgenützt werden
Um den Fachkräftebedarf zu decken, werden wohl auch viele Betriebe auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgreifen. „Wir begrüßen es, dass vertriebene Ukrainer:innen jetzt uneingeschränkten Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erhalten, aber wir dürfen die korrekte Vermittlung nicht aus den Augen verlieren“, mahnt die Leitende ÖGB-Sekretärin.
„Es ist auffallend, dass der Großteil der ukrainischen Vertriebenen in Niedriglohnbranchen wie im Tourismus und Dienstleistungen arbeitet. Im Interesse aller in diesen Branchen Beschäftigten muss daher darauf geachtet werden, dass es durch die Öffnung des Arbeitsmarktes nicht zu direktem oder indirektem Lohn- und Sozialdumping kommt“, fordert Reischl strenge Kontrollen in den Betrieben. „Der Zugang zum Arbeitsmarkt darf hier nicht bedeuten, dass der Wirtschaft eine neue Gruppe von Dumpinglöhnern zur Verfügung gestellt wird, um die Stammbelegschaften weiter unter Druck zu setzen und Lohnuntergrenzen auszuhebeln“, kritisiert Reischl.
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