
Förderpreis Wissenschaft und Medien 2022: VÖZ vergab erstmals Preis für Wissenschaftsjournalismus
Wissenschaftliche Arbeiten zu relevanten Fragen der Medienbranche ausgezeichnet – feierliche Preisverleihung mit Bildungsminister Polaschek
Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat am 17. April 2023 den neu aufgestellten Förderpreis Wissenschaft und Medien 2022 verliehen: Der Förderpreis Medienforschung ging an Jana Egelhofer, mit dem Hannes Haas-Nachwuchspreis wurde Clara Peter geehrt. Tanja Traxler, Leiterin des Wissenschaftsressorts beim „Standard“, war die erste Preisträgerin in der neuen Kategorie, dem Preis für Wissenschaftsjournalismus.
Die Preisverleihung fand auch in diesem Jahr im Bildungsministerium gemeinsam mit Bildungsminister Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Polaschek statt; dieser hat auch den Ehrenschutz für den Preis übernommen. In seiner Eröffnungsrede thematisierte der Minister die große Bedeutung von Qualitätsjournalismus und Medienkompetenz für die demokratische Gesellschaft: „Ich gratuliere den Preisträgerinnen zu ihrem großen Erfolg und danke für ihren Beitrag, Wissenschaft verständlich, anschaulich und nachvollziehbar zu kommunizieren. An dieser Stelle darf ich mich auch beim VÖZ für die hervorragende Zusammenarbeit im Zuge der Initiative MISCHA – Medien in Schule und Ausbildung bedanken. Qualitätsjournalismus ist im Kampf gegen Fake News ein wichtiger Faktor für mehr Vertrauen in staatliche Institutionen und Demokratie. Am Weg hin von der digitalen zu smarten Schulen werden wir einiges unternehmen, um allen Schülerinnen und Schülern ePaper kostenlos zur Verfügung zu stellen.“
Thomas Kralinger, Vizepräsident des Verbands Österreichische Zeitungen, betonte die bedeutende Rolle einer pluralistischen Medienlandschaft als Grundvoraussetzung dafür, dass Medien die Rolle des Public Watchdog in der Demokratie ausüben können. In diesem Zusammenhang unterstrich auch Kralinger die Wichtigkeit der Vermittlung von Medienkompetenz bereits in Schulen. „Nur so können Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, was profund recherchierte Nachrichten und objektive Berichterstattung von Clickbaits und Fake News unterscheidet. Mit MISCHA vermittelt der VÖZ bereits seit mehr als 25 Jahren Medienkompetenz an Jugendliche – mit altersgerechten, lernunterstützenden Materialien sowie seit letztem Jahr auch in Form von ePaper-Abonnements.“
Zudem erläuterte der VÖZ-Vizepräsident, warum mit dem Preis für Wissenschaftsjournalismus eine neue Kategorie eingeführt wurde: „Erklärung, Aufklärung und Unterstützung bei der Einordnung komplexer Themen sind die klassischen Aufgaben der Publikumsmedien und kann einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen die grassierende Wissenschaftsskepsis leisten und mehr Verständnis und Wertschätzung gegenüber der Wissenschaft schaffen. Der Preis für Wissenschaftsjournalismus soll auch ein Anreiz für mehr Volumen, aber auch für mehr Qualität in der Wissenschaftsberichterstattung sein.“
WISSENSCHAFTLICHE ARBEITEN ZU FAKE NEWS UND ZUR ZAHLUNGSBEREITSCHAFT IM DIGITALEN RAUM PRÄMIERT
Den Förderpreis Medienforschung vergab die Fachjury des Förderpreises Wissenschaft und Medien unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. DDr. Matthias Karmasin an Jana Egelhofer für ihre Dissertation mit dem Titel „I don’t like it – let’s call it ‚fake‘ – The Content and Consequences of the Fake News Debate“, die sie am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien verfasst hat. Darin untersucht Egelhofer, die Verwendung des Fake-News-Begriffs im politischen Diskurs mittels quantitativer Inhaltsanalysen und testet die Folgen seiner Instrumentalisierung für die öffentliche Wahrnehmung von Medien und medialer Berichterstattung.
Der Hannes-Haas-Nachwuchspreises wird gemeinsam vom VÖZ, der Austria Presse Agentur (APA) und der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) an Arbeiten vergeben, die sich mit der gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung des Journalismus befassen. Die Fachjury entschied sich diesmal für die Masterarbeit „Von der Registrierung zur Zahlung: Anreize zur Steigerung der Zahlungsbereitschaft registrierter User*innen für digitalen Content österreichischer Tageszeitungen“ von Clara Peter. Darin untersucht die Preisträgerin, wie Medienhäuser verlegerischer Herkunft genauer auf die Präferenzen ihrer Zielgruppen eingehen können, um die Zahlungsbereitschaft für die bereitgestellten digitalen Inhalte langfristig zu steigern. Zudem wird dargelegt, welche Anreize bei bereits registrieren Userinnen und Usern besonders positiv ankommen.
PREIS FÜR WISSENSCHAFTSJOURNALISMUS FÜR ARTIKEL ZU QUANTENPHYSIK
Erstmals vergeben wurde gestern der Preis für Wissenschaftsjournalismus. Mit der Einführung dieser Kategorie will der VÖZ Journalistinnen und Journalisten vor den Vorhang holen, die mit ihrer Berichterstattung bei den Leserinnen und Lesern zu einem besseren Verständnis komplexer wissenschaftlicher Sachverhalte beitragen und diese auch für ein breites Publikum greifbar machen. Die Fachjury entschied sich in dieser Kategorie für den Artikel „Wie die Quantenphysik mit unserer Vorstellung von Realität aufräumt“ von Tanja Traxler, Leiterin des Wissenschaftsressorts der Tageszeitung „Der Standard“.
In diesem umfangreichen Artikel gibt Traxler einen auch für Laiinnen und Laien verständlichen Überblick über das komplexe Thema Quantenphysik. Ergänzt wird der Beitrag durch ein Glossar der wichtigsten Prinzipien der Quantenphysik und eine umfassende Linksammlung zu weiteren Artikeln zum Thema. Der Artikel ist am 26. Oktober 2022 erschienen und kann hier online abgerufen werden: https://www.ots.at/redirect/derstandard29
Für den Juryvorsitzenden Matthias Karmasin sind Medien verlegerischer Herkunft und unabhängiger, qualitätsvoller Journalismus angesichts der Fülle von Propaganda, Spins und PR-Stunts auf den sogenannten sozialen Plattformen wichtiger denn je. „Die sozialen, politischen, demokratischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür zu erforschen und auch in der Branche bekannt zu machen ist einer der Vorzüge dieses Preises. In Zeiten von Unsinn und Wissenschaftsfeindlichkeit ist besonders qualitätsvoller Wissenschaftsjournalismus von Relevanz: Da dies in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung gut belegt ist, wollen wir praktische Beispiele für besonders gelungene Beiträge auszeichnen – als Beispiel und als zur Nachahmung empfohlenes Vorbild. Ich danke für diese Initiative – als Leser, als Wissenschaftler, als Bürger“, so Karmasin.
ÜBER DEN FÖRDERPREIS WISSENSCHAFT UND MEDIEN
Der VÖZ zeichnet mit dem Förderpreis Wissenschaft und Medien seit mittlerweile 13 Jahren herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich von Wissenschaft und Medien aus. Zielsetzung bei der Stiftung des Preises war es, praxisorientierte Ausbildung und Forschung an den heimischen Fachhochschulen und Universitäten zu fördern und insbesondere junge wissenschaftliche Talente dazu anzuregen, sich mit aktuellen und relevanten Themen der Medienbranche auseinanderzusetzen. Zudem soll die Auszeichnung auch als Ansporn zur engeren Vernetzung von Wissenschaft und Praxis dienen und wissenschaftlichen Fragestellungen mit Relevanz für die Praxis mehr Raum geben. Beim neuen Preis für Wissenschaftsjournalismus soll die journalistische Vermittlung von komplexen wissenschaftlichen Themen für ein breites Publikum im Mittelpunkt stehen.
Fotos der Preisverleihung sowie der Preisträgerinnen finden sich auf der Website des VÖZ unter www.voez.at
Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ)
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