
Gemeinden finden keine Mitarbeiter:innen: Gewerkschaft warnt seit Jahren
Personalknappheit ist ohne bessere Arbeitsbedingungen kaum zu beheben
„Dass laut Gemeindeverband in 80 Prozent der Gemeinden Arbeitskräfte fehlen, überrascht uns leider nicht. Davor warnen wir seit Jahren“, sagte heute, Dienstag, der Vorsitzende der Gewerkschaft younion, Christian Meidlinger.
Von Altenpfleger:in bis Zierpflanzengärtner:in. Die Liste der fehlenden Arbeitskräfte in vielen Berufsgruppen in den österreichischen Gemeinden wird immer länger. „Man hat ständig nur vertröstet. Dass es so nicht weitergehen kann, sagen wir seit langer Zeit“, stellte Meidlinger klar. Die Verantwortung der Mitarbeiter:innen und vor allem die Belastung am Arbeitsplatz werde immer größer. „Natürlich schreckt das manche Menschen ab, die schon bereit wären, Verantwortung zu übernehmen. Aber zu fairen und planbaren Bedingungen“, betont Meidlinger.
Dass die Verwaltung zur Lösung des Personalmangels mehr Digitalisierung plant, sieht die Gewerkschaft als völlig unzureichend an. Lediglich 14 % der Beschäftigten sind im Verwaltungsdienst tätig – die große Mehrheit arbeitet aber in handwerklichen Berufen und in der Dienstleistung. Meidlinger: „Wir befürchten, dass es sich hier lediglich um Ankündigungspolitik handelt und sich die Situation ohne rasches Handeln durch die zeitnahe Pensionierung der Baby-Boomer-Generation sogar noch dramatisch verschärfen wird. Das Personal braucht dringend Verstärkung, verbesserte Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung und mehr Anerkennung für die erbrachten Leistungen im Dienst der Bevölkerung. Dann werden auch mehr ArbeitnehmerInnen wieder einen Eintritt in den öffentlichen Dienst in den Gemeinden anstreben.“
„In Salzburg wird seit Jahren über eine Attraktivierung der Arbeitsbedingungen und (Einstiegs-) Gehälter im Gemeindedienst diskutiert. Es braucht dringend Verbesserungen bei den Gehältern in allen Bereichen, aber auch das Thema Arbeitszeitreduktion sowie freiwillige Sozialleistungen spielen für viele eine immer wichtigere Rolle. Im Vergleich zur Privatwirtschaft wird neben der Gehaltsthematik oft auch die 40 Stunden-Woche als Entscheidung gegen den Gemeindedienst angeführt, hier muss man sich auch Richtung 38 oder 37 Stunden-Woche bewegen“ so die Landesvorsitzende der Gewerkschaft younion, Petra Berger-Ratley.
Younion _ Die Daseinsgewerkschaft
Pressereferat
T: 01 313 16 – 83 615
presse@younion.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender