
ÖGB-Schumann zu Regierungsangelobung in Salzburg: „Herdprämie ist Backlash ins vorige Jahrhundert.“
Herdprämie bietet keine echte Wahlfreiheit, sondern zementiert alte Rollenbilder ein.
„Schon jetzt verfehlt Österreich die selbstgesteckten Ziele der Kinderbetreuungsquote meilenweit“, sagt ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Korinna Schumann: „Nur Wien und Burgenland erfüllen das Barcelona-Ziel von 33 Prozent, Salzburg liegt bei der Kinderbetreuungsquote der unter Dreijährigen mit 24,3 weit darunter.“ Herdprämien für die Betreuung der Kinder zuhause, wie sie jetzt die neue Landesregierung in Salzburg einführen will, fördern die Kinderbetreuungsquote nicht und sind auch nicht existenzsichernd. „Im Gegenteil, eine Herdprämie macht Frauen von ihren Partnern abhängig und sie verlieren Einkommen, weil sie keiner Beschäftigung nachgehen können“, so die ÖGB-Vizepräsidentin.
Schumann warnt: „Eine Herdprämie einzuführen, statt die Ausweitung der Kinderbildungseinrichtungen voranzutreiben, ist ein Backlash ins vorige Jahrhundert.“ Denn von Wahlfreiheit könne keine Rede sein, wenn flächendeckende kostenlose Kinderbetreuung nicht vorhanden ist. „Viele Frauen wollen arbeiten und wollen einen Betreuungsplatz, bekommen so aber keines von beiden. Wenn man jetzt noch Frauen bezahlt, um ihre Kinder zuhause zu betreuen, ist das keine echte Wahlfreiheit, sondern man zementiert alte Rollenbilder ein“, kritisiert Schumann. „Wahlfreiheit für Frauen würde es geben, wenn ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag vorhanden wäre, so wie es AK und ÖGB schon lange fordern“, so die Gewerkschafterin abschließend.
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