UG im ÖGB Polaschek: „Tue mir schwer mit dem Gesamtpaket der Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie“

Diskriminierungsschutz ist gut, Karenzregelung hingegen nur kosmetisches Pflaster auf Kosten der Frauen.

„Ich tue mir wirklich schwer mit einigen der neuen Regelungen“, so kommentiert Marion Polaschek, Vorsitzende der Unabhängigen Gewerkschaftsfraktion im ÖGB und Frauenreferentin in der UGÖD das als Initiativantrag im Parlament eingebrachte Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige, oder auch „Work-Life-Balance-Richtlinie“ und führt aus: „So sehr ich mich über jede zusätzliche Möglichkeit der Väterbeteiligung freue, so sehr sehe ich hier eher ein kosmetisches Pflaster, das noch schnell aufgepickt wurde, aber keinen Meilenstein in der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit.“

Wesentliche Eckpunkte sind eine verpflichtende Aufteilung der Karenzzeiten zwischen den Eltern, wollen diese den vollen Rahmen von 24 Monaten ausschöpfen, mit Ausnahme der Alleinerziehenden und eine Verdopplung des Familienbonus im Papamonat.

„Gerechtigkeit heißt genauso wenig oder viel darüber nachdenken zu müssen, wie frau alles unter einen Hut bringt und ihr Leben finanziell bestreitet, wie Männer“, meint Marion Polaschek und fordert: „Was Frauen brauchen, sind mehr und nicht weniger Rechtsansprüche und ein anderes Modell von Familie und Arbeit: Zum Beispiel einen gesetzlichen Anspruch ab Ende des Mutterschutzes auf einen qualitativen Kinderbetreuungsplatz. Mehr Geld fürs Papamonat ist ja schön, aber vor dem Hintergrund der immer noch fehlenden angemessenen Abgeltung und sozialen Absicherung der gratis Care-Arbeit, vor allem von Frauen, ein Hohn.“

Erfreut zeigt sie sich hingegen über den erweiterten Diskriminierungsschutz für alle, die Elternkarenz, Papamonat oder Pflegefreistellung in Anspruch nehmen: „Hier wird tatsächlich eine gleiche Basis hergestellt und ein strukturelles Problem aktiv angegangen, nämlich Care-Arbeit gesellschaftlich aufgewertet.“

Abschließend wünscht sie sich: „dass politisch Verantwortliche endlich mehr tun als nur am Status Quo der Ungerechtigkeiten herumrenovieren: zum Wohl von Frauen, immer mehr Männern sowie aller Formen von Familien, auch abseits des bürgerlichen Ideals.“

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