SPÖ-Oxonitsch/Tanzler: „Lehrpersonal gibt Deutschförderklassen ‚Nicht Genügend‘“

Befragung bestätigt: Lehrpersonal lehnt Deutschförderklassen ab – SPÖ-Sprecher:innen für Bildung und Kinderrechte verlangen Abschaffung von „pädagogischem Unsinn“

Seit ihrer Einführung hat die SPÖ gemeinsam mit Expert:innen und Lehrpersonal die „Deutschförderklassen“ scharf kritisiert. Eine aktuelle Befragung der Universität Wien bestätigt: Lehrer:innen und Direktor:innen lehnen Deutschförderklassen in der Praxis ab. SPÖ-Sprecher für Kinderrechte Christian Oxonitsch und SPÖ-Bildungssprecherin Petra Tanzler: „Bildungsminister Polaschek sammelt zum Schulschluss Fünfer am laufenden Band. Sogar sein Lehrpersonal gibt den Deutschförderklassen ein eindeutiges ‚Nicht Genügend‘.“ ****

SPÖ-Sprecher für Kinderrechte Christian Oxonitsch bekräftigt die Kritikpunkte der Lehrer:innen und Direktor:innen, die aus der aktuellen Studie hervorgehen: „Das türkis-blaue Projekt der Deutschförderklassen war von Anfang an eine einzige pädagogische Unsinnigkeit, die wohl rein dafür gedacht war, Kindern das Leben schwerer zu machen. Ein Kind, das noch nicht gut Deutsch spricht, wird die Sprache in Absonderung von allen anderen Kindern ganz sicher nicht lernen. Diesen einfachen Zusammenhang erkennt der Bildungsminister vielleicht nicht, Direktor:innen und Lehrpersonal in der Praxis aber sehr wohl. Dass sie daher alles versuchen, um Kinder vor einer solchen Frotzelei zu schützen, ist absolut verständlich.“ Es sei die ureigenste Aufgabe von Lehrer:innen, Kindern eine bestmögliche Bildung zu ermöglichen. „Mit den Deutschförderklassen werden sie aber zum genauen Gegenteil genötigt“, so Oxonitsch.

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Petra Tanzler schließt sich der Kritik an: „Die Deutschförderklassen samt MIKA-D-Testungen gehören mit sofortiger Wirkung abgeschafft. Von Anfang an war das Konzept, Kinder zum Deutschlernen abzusondern, pädagogischer Unsinn. Wir fordern seit jeher eine Abkehr von den Deutschförderklassen und stattdessen ein Modell, das durch Integration in die Schulklassen und gemeinsame Förderung der Spracherwerb unterstützt wird. Es ist Zeit, dass der Bildungsminister endlich auf Expert:innen, Wissenschaft, Lehrpersonal, Eltern und Schüler:innen hört und das absolute Sinnlos-Konzept der Deutschförderklassen und MIKA-D-Tests zu Grabe trägt.“ Im nächsten Nationalratsplenum werde die SPÖ daher auch wieder einen entsprechenden Antrag auf Abschaffung einbringen. Bisher wurden aber alle Vorstöße in diese Richtung, zuletzt im Unterrichtsausschuss in der vergangenen Woche, abgelehnt oder vertagt.

Nachdem im gleichen Ausschuss auch der Rechtsanspruch auf ein 11. und 12. Schuljahr für Kinder mit Behinderung von den Regierungsparteien auf die lange Bank geschoben wurde, sehen die beiden SPÖ-Sprecher:innen mit dem katastrophalen Ergebnis der Befragung einen weiteren groben Schnitzer des Bildungsministers: „Minister Polaschek kann mit diesem Zeugnis sicherlich nicht in eine entspannte Sommerpause starten. Es gibt für ihn massiven Aufhol- und Änderungsbedarf, wenn er im Herbst bei seiner Nachprüfung im Fach ‚Schulanfang‘ nicht kläglich scheitern will“, so Oxonitsch und Tanzler abschließend. (Schluss) ts/lp

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