VP-Wien ad Rechnungsabschluss: Reformen für das Wiener Gesundheits- und Sozialsystem in sämtlichen Bereichen dringend notwendig!

Spezialdebatte zu Soziales, Gesundheit und Sport

„Alleine ein Drittel des Rechnungsabschlusses umfasst das Ressort Soziales, Gesundheit und Sport. In absoluten Zahlen handelt es sich um 6,6 Mrd. Euro“, so die Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin Ingrid Korosec in der Rechnungsabschlussdebatte. Es müssen endlich zukunftsfähige Reformen für das Wiener Gesundheits- und Sozialsystem geschaffen werden. „Dazu bringt die Wiener Volkspartei drei Beschlussanträge ein: Zunächst die adäquate Versorgung von Schmerzpatienten und Schaffung eines Schmerzzentrums. Weiters ein Pilotprojekt für die ehrenamtliche Demenzbegleitung in den Akutspitälern des WiGeV sowie einen Beschlussantrag betreffend sofortige Evaluierung, Weiterentwicklung und Umsetzung des Ziels Gesundheitsmetropole Wien 2030“, so Korosec.

VERLÄSSLICHE PERSONALPLANUNG

Für eine vorausschauende, verlässliche und ehrliche Personalplanung für die nächsten Jahre plädierte Gemeinderat Michael Gorlitzer. „Vierzig Prozent der Spitalsärzte werden in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Um die medizinische Leistungsfähigkeit in Wiens Spitälern in Zukunft sicherzustellen braucht es eine Ausbildungsoffensive der Medizinerinnen und Mediziner.“ Dazu zählen etwa die Einrichtung einer Stabsstelle für ärztliche Ausbildung im Wiener Gesundheitsverbund, die Förderung der freiwilligen Weiterarbeit nach Erreichen des Pensionsalters als Ausbildungsoberärztin und -arzt, ein verpflichtender strukturierter und transparenter Ausbildungsplan ab dem ersten Tag der Ausbildung sowie die adäquate Entlohnung und Einsetzung der Ärztinnen und Ärzte entsprechend ihres Ausbildungsstandes und Fachs.

FOKUS AUF GESUNDHEITSKOMPETENZ

Gemeinderätin Kasia Greco legte bei ihrer Wortmeldung den Fokus auf Gesundheitskompetenz. „Statt Populismus und Fingerzeigen ist besonders im Gesundheitsbereich verantwortungsvolles Handeln gefragt. Gesundheitskompetenz von Klein auf. Die Einführung von School Nurses in Schulen und die Verbesserung des Angebots zur Förderung der Gesundheitskompetenz für Frauen sind wichtige Schritte auf diesem Weg“, so Greco und weiter: „Das System ist überfordert. Viele Entlastungsmaßnahmen werden diskutiert. Vieles wurde bereits eingetaktet, noch mehr muss getan werden. Verantwortungsvolles Handeln ist gefragt. Und dazu können und müssen wir alle, ein jeder von uns etwas beitragen. Gesundheitskompetenz lautet das kleine magische Wort, welches uns weiterhelfen kann und wird. School Nurses und eine spezifische Lebenszyklen-Gesundheits-Kampagne können diesen Weg nachhaltig unterstützen.“

LÖSUNGEN FÜR FEHLENDE SPORTSTÄTTEN

Konkrete Lösungen für die fehlenden Sportstätten in Wien forderte Gemeinderätin Bernadette Arnoldner und erinnerte an den Sportentwicklungsplan, der im Oktober 2020 vom SPÖ-Sportstadtrat präsentiert wurde. „150 Millionen Euro sollen bis 2030 investiert werden. Das ist ein lächerlich minimaler Bruchteil des gesamten Sportbudgets! Fakt ist allerdings, dass es nach wie vor zu wenig Platz für Sportbegeisterte gibt und die Fläche der Sportstätten pro Einwohner in Wien in den letzten zehn Jahren um elf Prozent zurück gegangen ist“, so die Sportsprecherin der Wiener Volkspartei. Neben einem jährlichen Bericht über den erreichten Fortschritt des Konzepts „Sport.Wien.2030“ forderte Arnoldner die Bereitstellung der leerstehenden Turnsäle in den städtischen Schulen für Sportvereine. Ein Online-Buchungssystem soll wie in Niederösterreich auch in Wien für eine optimale Vergabe von Turnsälen sorgen.

FUNDIERTE DIGITALISIERUNGSSTRATEGIE

Auf den Nachholbedarf bei digitalen Verbesserungen im Gesundheitsbereich verwies Gemeinderat Erol Holawatsch: „Was wir in Wien dringend brauchen, ist eine fundierte Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen, um das Service für Patienten wie auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern. Eine umfassende Digitalisierungsstrategie muss auch den Weg für innovative Ansätze wie Telemedizin ebnen. Durch Telemedizin könnten Patienten medizinische Beratung und Behandlung über digitale Kanäle erhalten, was besonders für Menschen in abgelegenen Gebieten oder mit eingeschränkter Mobilität von Vorteil wäre.“

Holawatsch empfiehlt daher, dass der Wiener Gemeinderat einen Wiener eHealth-Beirat einrichtet. „Experten aus dem Gesundheitswesen, der Technologie und anderen relevanten Bereichen sollten in diesem Gremium rasch eine umfassende Digitalisierungsstrategie entwickeln und Empfehlungen zur Umsetzung erarbeiten. So wäre sichergestellt, dass die Digitalisierungsstrategie den Bedürfnissen der Bürger Wiens entspricht und gleichzeitig die Herausforderungen und Möglichkeiten berücksichtigt werden, die mit der Einführung neuer Technologien im Gesundheitswesen einhergehen“, so Holawatsch.

 

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