Steiermärkische Bildungsdirektion ignoriert Anliegen der Jugend – Klimastreik keine schulbezogene Veranstaltung

Die ÖLI-UG bringt die Anliegen von „fridaysforfuture – Graz“ an die Öffentlichkeit

SEIT ÜBER ZWEI WOCHEN VERSUCHT FRIDAYSFORFURUE GRAZ DIE STEIRISCHE BILDUNGSDIREKTION DAZU ZU BRINGEN, DEN WELTWEITEN KLIMASTREIK AM 15.9.2023 ZUR SCHULBEZOGENEN VERANSTALTUNG ZU ERKLÄREN. DABEI WERDEN SIE JEDOCH BISHER KONSEQUENT ABGEWIESEN. GESTEHT UNS DIE STEIRISCHE BILDUNGSDIREKTION UNSER RECHT AUF ZUKUNFT ZU ODER UNTERSTÜTZT SIE NICHT EINMAL DEN WELTWEITEN KLIMASTREIK?

FridaysForFuture und StundentsForFuture Graz versuchen mit Nachdruck seit dem 23.6. die Bildungsdirektion dazu zu bewegen, den weltweiten Klimastreik gemäß § 13a SchUG in Verbindung mit dem Erlass BMBWF-12.696/0005-II/4/2019 zur schulbezogenen Veranstaltung für alle steirischen Schüler*innen zu erklären. Unzählige E-Mails wurden bisher verschickt, Telefonate geführt und Briefe übergeben. Aber selbst von Angesicht zu Angesicht gab sich die Bildungsdirektion vertröstend, tat so, als seien ihr die Hände gebunden oder verwies darauf, dass Schulen theoretisch die Möglichkeit hätten, ähnliche Schritte schulintern zu setzen. Bisher ist der Erlass nicht erschienen, obwohl FridaysForFuture sowohl vonseiten der parteiunabhängigen Lehrer*innenliste der österreichischen Lehrer*inneninitaitive, der steirischen Lehrer*inneninitaitive, den unabhängigen Gewerkschafter*innen im öffentlichen Dienst und in ausgegliederten Betrieben als auch nicht zuletzt von den TeachersForFuture tatkräftig unterstützt wurden.

“Fast bei jedem Gespräch merkte man, dass die Bildungsdirektion offenbar kein Interesse daran hat, den Streik zur schulbezogenen Veranstaltung zu erklären. An vielen Stellen wurde ich mitten im Satz unterbrochen.”, so Massimiliano Valeskini (Aktivist bei FridaysForFuture).

Sabine Stegmüller-Lang von TeachersForFuture fasst die Lage zusammen: „FridaysForFuture ist eine der bedeutendsten globalen, sozialen Bewegungen und vielleicht die letzte Chance, die Klimapolitik zu Veränderungen zu bewegen. Statt diese engagierten Schüler*innen zu unterstützen, lässt man sie bisher im Regen stehen. Dabei sind genau diese jungen Menschen die Hoffnungsträger*innen unserer Gesellschaft, deshalb sollten wir ihre Arbeit endlich ernst nehmen und uns hinter sie stellen. Das gilt insbesondere für Einrichtungen, die dem Kindeswohl gewidmet sind.“

Die Bildungsdirektion sollte immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand für die Anliegen der Schüler*innen besonders aber der Lehrer*innen bereithalten. Außerdem wäre ein solcher Erlass auch im Sinne der Bildung, da es um das Kennenlernen des Demonstrationsrechts als demokratiepolitisches Instrument geht.

Obwohl uns von allen Seiten beteuert wurde, dass ihnen unsere Anliegen sehr wichtig seien, konnte man uns teilweise leider nicht auch nur die Höflichkeit entgegenbringen, bei direkten Gesprächen ausreden zu dürfen oder Telefongespräche zu Ende führen zu können. Obwohl wir sogar mit Gewerkschaften vor Ort waren, konnten wir nicht einmal mit Entscheidungstragenden, sondern immer nur mit Bürobediensteten sprechen, die oftmals nicht wirklich wussten was vor sich ging und deren Aussagen teilweise widersprüchlich waren. Von einer staatlichen Instanz lässt sich wahrlich mehr erwarten.

Wenn man sich das Hauptargument für dieses Zögern etwas genauer ansieht, erscheint fraglich, ob die Bildungsdirektion jeglichen Wunsch verspürt, klimaschutzunterstützenden Schulen Beistand zu leisten. Schließlich ist es vor allem die Sorge, von besagter Institution gerügt, beziehungsweise ohne Unterstützung von oben zur Verantwortung gezogen zu werden, die Schulen davon abhält, dergleichen zu unternehmen, ganz abgesehen vom großen zusätzlichen Aufwand, den dies für unsere ohnehin schon überlasteten Bildungseinrichtungen bedeuten würde.

Seit Tagen heißt es nun: “Ruft bitte morgen noch einmal an”, was allerdings jedes Mal ergebnislos blieb. Heute schließlich wurde uns gesagt, dass der Erlass garantiert nicht vor den Ferien verschickt würde. Was allerdings nicht einmal bedeutet, dass der Erlass überhaupt noch kommt. Wir als Kinder dürfen uns einmal mehr von Erwachsenen allein gelassen fühlen, die Verantwortung für uns tragen. Alles in unserer Macht Stehende haben wir versucht und nun greifen wir in dieser Presseaussendung zu unserem letzten Sprachrohr.

Wir als FridaysForFuture und StudentsForFuture wollen die Bildungsdirektion der Steiermark hiermit erneut mit öffentlichem Nachdruck dazu auffordern, den Erlass frühestmöglich herauszubringen. Zahlreiche andere Veranstaltungen werden jährlich für schulbezogen erklärt, warum nicht diese, die die Zukunft aller betrifft? Wenn der Erlass nicht vor Freitag dieser Woche kommt, werden unsere Schulen nicht mehr darauf reagieren können und das müsste allen Betroffenen bewusst sein.

Notabene: Der steiermärkischen Bildungsdirektion wurde bereits im Vorfeld eine Presseaussendung zu der Thematik in Aussicht gestellt.

Massimiliano Valeskini, +43 667 767 9444
graz@fridaysforfuture.at

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