
ÖH: Es darf kein Genderverbot an Hochschulen geben!
Die ÖVP-FPÖ Regierung in NÖ empfiehlt den Hochschulen ein Genderverbot. Die ÖH sieht darin ein fatales Zeichen gegen gerechte und inklusive Hochschulen.
Die neue ÖVP-FPÖ Landesregierung in Niederösterreich arbeitet mit Hochdruck daran, ihr rechtes Regierungsprogramm umzusetzen. Dazu gehört auch ein Genderverbot auf niederösterreichischen Behörden, welches ab heute in Kraft tritt. Konkret gilt das Verbot für Binnen-I, Gender-Gap, Gender-Stern und Doppelpunkt. In behördlichen Dokumenten soll nur mehr die Doppelnennung verwendet werden dürfen. Für Hochschulen gilt eine Empfehlung, das Gendern ebenfalls zu unterlassen. Der angebliche Schutz der deutschen Sprache wird hier als Deckmantel verwendet, um sprachliche und damit gesellschaftliche Inklusion zu verhindern. “Sprache schafft Bilder, mit denen wir für Sichtbarkeit sorgen. Wenn aber gesetzlich nur noch von Frauen und Männern geredet werden darf, werden nicht-binäre Personen weiterhin unsichtbar gemacht und starre Geschlechterrollen reproduziert.”, kritisiert Nina Mathies aus dem ÖH-Vorsitzteam.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer von der FPÖ stilisiert das Verbot zum “Befreiungsschlag hin zur gewohnten Normalität”. Eine “Normalität”, die in der rechtsextremen FPÖ ganz klar von menschenfeindlichem Gedankengut geprägt ist. Trotzdem erlangt die FPÖ einmal mehr eine Regierungsbeteiligung. “Eine rechtsextreme Partei wie die FPÖ darf keinen Platz in einer Koalition finden! Viel zu schnell werden damit angebliche Einzelfälle vergeben und vergessen und rechtsextremes Gedankengut wieder salonfähig gemacht.”, ergänzt Simon Neuhold aus dem ÖH-Vorsitzteam und spielt dabei unter anderem auf die “Liederbuch-Affäre” an, in die Landbauer als stellvertretender Vorsitzender einer Burschenschaft verwickelt war. Von anfänglichen, zögerlichen Konsequenzen für seine politische Karriere ist nun nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: In der Landesregierung hat er nun die Möglichkeit, seine rechtsextremen Inhalte zu verwirklichen. Mit dem Genderverbot hat er nun einen der ersten Schritte gesetzt, diese diskriminierenden Forderungen umzusetzen.
Hochschulen unterstehen nicht der jeweiligen Landesregierung, sie sind also der ÖVP-FPÖ Regierung nicht weisungsgebunden. Dennoch versucht die rechte Regierung mit ihrer Empfehlung auch an den Hochschulen Einfluss zu nehmen und bedroht damit die im Grundgesetz definierte Freiheit von Forschung und Lehre. “Als ÖH sprechen wir uns ganz klar gegen ein Genderverbot an Hochschulen aus! Wir fordern die niederösterreichischen Hochschulen auf, dieses diskriminierende Verbot nicht umzusetzen.”, betont Sarah Rossmann aus dem ÖH-Vorsitzteam. Hochschulen sollen ein Ort sein, an dem sich alle Menschen wohlfühlen können. Gendergerechte Sprache leistet dabei einen wichtigen Beitrag. Sie sollte deshalb an Hochschulen nicht nur verwendet, sondern auch gelehrt werden.
ÖH – Österreichische Hochschüler_innenschaft
Selina Wienerroither
Pressesprecherin
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