
Tiroler Tageszeitung, Leitartikel vom 27. September 2023. Von Marco Witting: „Einklang und Misstöne“.
Der Zusammenschluss von ÖVP und Für Innsbruck ist ein bemerkenswerter Schachzug und macht die Innsbruck-Wahl 2024 noch spannender. Doch der Dirigent für das „Bündnis der Mitte“ steht schon unter Zugzwang.
Den Gleichklang auf der politischen Orgel haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die bürgerlichen Kräfte in Innsbruck selten geprobt. Es ist zwar einigermaßen verwegen, von einer „historischen“ Einigung zwischen Für Innsbruck und ÖVP zu sprechen, wo doch letztlich beide eine gemeinsame politische Heimat haben. Bemerkenswert ist der Schritt nach drei Jahrzehnten der Spaltung aber trotzdem. Nach vielen Misstönen, Scharmützeln und beinharten Auseinandersetzungen (nicht nur rund um Wahlen) will man jetzt also als „Bündnis der Mitte“ zum Angriff auf das Bürgermeisteramt blasen. Das geschieht nicht aus plötzlich wiederentdeckter Liebe, sondern aus purem Pragmatismus und weil es mit Bürgermeister Georg Willi einen gemeinsamen Gegner gibt, der nebenbei so viel Angriffsfläche geboten hat, dass man mit einem Wahlerfolg spekulieren darf.
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