
SPÖ-Holzleitner zu Nehammers Skandal-Video: „Nehammer als Kanzler ungeeignet“
ÖVP verhindert erst Kinderbetreuung und macht sich dann über Teilzeitarbeitende lustig
Das gestern publik gewordene Video, in dem Bundeskanzler Karl Nehammer in schockierender Deutlichkeit über Frauen, Kinder und die Sozialpartnerschaft herzieht, bestätige einmal mehr, dass Nehammer als Kanzler ungeeignet ist und er und seine Regierung besser heute als morgen abtreten sollten, hält die Frauensprecherin und stv. Klubvorsitzende der SPÖ, Eva-Maria Holzleitner, fest: „Karl Nehammers Aussagen sind eines Bundeskanzlers der Republik Österreich unwürdig.“ ****
Besonders Nehammers Aussagen, wonach Frauen grundlos in Teilzeit arbeiten würden, zeigen, dass er völlig ahnungslos ist, was die Bedingungen am Arbeitsmarkt betrifft: „Frauen leisten in Österreich einen Großteil der unbezahlten Arbeit. Sie übernehmen die Kindererziehung, pflegen Angehörige und arbeiten oft in Bereichen, in denen schlicht keine Vollzeit angeboten wird. Die Liste an Gründen, warum eine Frau in Teilzeit arbeitet ist lang – Faulheit gehört aber sicher nicht dazu.“ Besonders die Tatsache, dass es Ex-ÖVP-Kanzler Kurz selbst war, der eine flächendeckende Kinderbetreuung bzw. Kinderbildung verhindert hat („Kann ich ein Bundesland aufhetzen?“), zeige die Heuchelei der ÖVP: „Erst verhindert die ÖVP, dass durch eine ordentliche Kinderbildung die Möglichkeit auf Vollzeitarbeit geschaffen wird, und dann macht sich der Kanzler über die betroffenen Menschen lustig. Das ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten.“ Holzleitner weist damit auf die lt. Studien mehr als 100.000 Personen hin, die mehr Stunden arbeiten würden, wenn eine entsprechende Betreuungsmöglichkeit gegeben wäre.
Dass der Kanzler zudem der Meinung ist, dass die Ernährung von Kindern gesichert sei, da es bei Fast-Food-Ketten Burger um 1,40 Euro zu kaufen gibt, stößt der stv. Klubvorsitzenden sauer auf: „Diese Aussage lässt an Marie-Antoinettes ‚Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen‘ denken. Der Kanzler zeigt hier, wie weit er sich von den Lebensrealitäten der Menschen entfernt hat. Wir wissen, dass es für 35.000 Haushalte aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, zumindest jeden zweiten Tag eine ausgewogene Mahlzeit zu essen.“
Das Video sei eine weitere Bestätigung dafür, dass der Misstrauensantrag gegen die Regierung in der letzten Nationalratssitzung ein wichtiger Schritt gewesen sei: „Dieser Regierung, diesem Kanzler, können wir nicht mehr vertrauen. Wer sich derart über die hart arbeitenden Leute in diesem Land lustig macht, kann keine Politik im Sinne der Menschen machen. Neben dem Nicht-Handeln im Kampf gegen die Teuerung liefert die ÖVP mit dem Kanzler-Video einen Grund mehr, warum wir dieser Regierung nicht vertrauen können“, so Holzleitner abschließend. (Schluss) ts/up
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