
younion-Kindergartengewerkschaft: Rechnen lernen, Herr Minister Polaschek!
Regierungspläne schreiben Personalnot in der Elementarpädagogik fest
Die Bundesregierung hat nach jahrelangem Nichtstun die Elementarpädagogik für sich entdeckt. Nach der PR-Blase von Bundeskanzler Karl Nehammer (Stichwort: „4,5 Milliarden Euro für Kindergärten bis 2030“) hat nun Bildungsminister Martin Polaschek die nächste Nebelkerze gezündet. In einer Pressekonferenz kündigte er mehr Ausbildungsplätze für Pädagog:innen an.
„Wer genau hingehört hat, der hat den Denk- und Rechenfehler sofort erkannt“, sagt Manfred Obermüller, stellvertretender Vorsitzender in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft. Und weiter: „Diese sogenannte Ausbildungsoffensive bringt genau so viel Personal, wie bis 2030 verloren geht. Sprich: Der Ist-Zustand wird festgeschrieben. Dieser Ist-Zustand beinhaltet aber eine enorme Personalnot! Alleine in Wien fehlen in den öffentlichen Einrichtungen mehr als 600 Kolleg:innen. Tendenz steigend.“
Judith Hintermeier, Bundesfrauenreferentin in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft und selbst Pädagogin: „Da gehört schon viel Dreistigkeit dazu, so etwas als großen Erfolg verkaufen zu wollen – oder es ist völlige Ahnungslosigkeit. Der Minister hat ja nicht einmal einberechnet, dass sein eigener Bundeskanzler das Bildungsangebot noch ausbauen will. Wie soll denn das gehen ohne zusätzliches Personal? Meine Kolleg:innen, die tagtäglich die Personalnot in den Einrichtungen ausgleichen müssen, sind sauer und können einfach nicht mehr.“
Manfred Obermüller: „Minister Polaschek kommt ja aus dem universitären Bereich. Jede Studentin und jeder Student, der so etwas als Arbeit vorlegen würden, bekäme ein glattes ‚Nicht Genügend‘ wegen eklatanter Fehlannahmen. Dabei kennen wir noch nicht einmal die Details, wie der Ausbau der Ausbildungsplätze überhaupt so rasch funktionieren soll.“
Obermüller kündigt deshalb weitere Protestmaßnahmen an: „Wer glaubt in der Elementarpädagogik nur mit PR-Blasen arbeiten zu können, der soll hören, was die Betroffenen dazu sagen. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben Politiker:innen verdient, die nicht versuchen sie medial an der Nase herumzuführen.“
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