
Disoski/Grüne zu Gleichbehandlungsausschuss: Niederschwellige Informationskampagne soll Gewaltschutzangebote bekannter machen
Wiedereinsetzung des Käthe-Leichter-Staatspreises für Frauenforschung beschlossen
In Reaktion auf die Anfang Juli dieses Jahres präsentierten Ergebnisse einer breit angelegten Studie des Instituts für Konfliktforschung, in welcher die zwischen 2010 und 2020 verübten Frauenmorde und Femizide untersucht worden sind, setzt der heutige Gleichbehandlungs-Ausschuss auf Initiative der Koalitionsparteien eine der zentralen Empfehlungen der Studien-Autor:innen um. „In den vergangenen Jahren haben wir die vorhandenen Gewaltschutzangebote massiv ausgebaut und erweitert. Jetzt folgen wir der Empfehlung der Studienautor:innen und sorgen dafür, dass Mädchen und Frauen mit einer breiten, niederschwelligen Informationskampagne noch gezielter über die bestehenden Angebote informiert werden“, erklärt Meri Disoski, stellvertretende Klubobfrau und Frauensprecherin der Grünen.
„Die Frauenmordstudie hat offengelegt, dass nur ein geringer Teil der ermordeten Frauen zuvor Hilfe und Unterstützung in einer Gewaltschutzeinrichtung gesucht hatte. Als Gründe dafür führen die Autor:innen unter anderem die fehlende Bekanntheit bestehender Gewaltschutzstrukturen in der Bevölkerung, Angst vor Negativkonsequenzen sowie Angst vor der Polizei an“, ruft Disoski zentrale Studienergebnisse in Erinnerung. „Wir haben den umso dringenderen Appell der Studienautor:innen, die bestehenden Angebote bekannter zu machen und vorhandene Ängste durch Informationen abzubauen, gehört und handeln entsprechend“, sagt sie und verweist darauf, dass kürzlich auch der Rechnungshof ähnliche Empfehlungen ausgesprochen hat.
„Mit dem heute beschlossenen Antrag setzen wir nun einen weiteren wichtigen Schritt im Gewaltschutz um. Als Frauensprecherin der Grünen ist es mir besonders wichtig, dass von Gewalt betroffene Frauen und Kinder wissen, dass es Hilfe gibt, wo es diese gibt und, dass sie keine Angst davor haben müssen, sich Hilfe zu holen“, hält Disoski fest.
Schockiert zeigt sich die Frauensprecherin der Grünen über die beiden in der Vorwoche verübten Frauenmorde: „Innerhalb von 24 Stunden sind zwei Frauen getötet worden, es waren der mutmaßlich 18. und 19. Femizid im laufenden Jahr. Vergessen wir nicht, dass hinter diesen Zahlen reale Frauen stehen. Sie waren Töchter, Mütter, Schwestern, Freundinnen und Arbeitskolleginnen, die geliebt und geschätzt worden sind. Meine Gedanken sind bei den ermordeten Frauen und ihren Angehörigen“, betont Disoski.
Darüber hinaus wurde im Gleichbehandlungsausschuss die Fortführung des Käthe-Leichter-Staatspreises beschlossen. „In Erinnerung und in Würdigung der Verdienste von Dr.in Käthe Leichter, Sozialwissenschaftlerin, jüdische Widerstandskämpferin und Pionierin der Frauenforschung, wurde 1992 der Käthe-Leichter-Staatspreis initiiert. Seither wurden damit Forscherinnen aus unterschiedlichen Disziplinen für besonders herausragende Leistungen in der Frauen- und Geschlechterforschung und im Bereich der Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt geehrt“, beschreibt Disoski und hält fest: „Seit Jahrzehnten ist der Käthe-Leichter-Staatspreis fester Bestandteil staatlicher Erinnerungs- und Wertschätzungskultur und ein wichtiger, sichtbarer Teil der frauenpolitischen Geschichte unseres Landes. Dementsprechend wichtig war der medienwirksam öffentliche Einsatz aller bisherigen Preisträgerinnen und der Jury für den Erhalt des Preises, für den ich mich auch ausdrücklich bedanken möchte und den ich seit Beginn der Debatte offen unterstützt habe. Umso mehr freue ich mich darüber, dass wir heute die Fortführung des Käthe-Leichter-Staatspreis einstimmig beschlossen und einen entsprechenden Antrag der Sozialdemokratie beschlossen haben. Denn: Ein Grundsatz starker Frauenpolitik ist immer auch das Sichtbarmachen von Frauen und deren Geschichte, das Anerkennen und Ehren ihrer Leistungen.“
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