
Gewerkschaft verhindert KV-Abschluss
Aktuelles Arbeitgeber-Angebot liegt bei 10 % plus 1.500 Euro Einmalzahlung über einen Zeitraum von 24 Monaten; Metalltechnische Industrie bedauert Abbruch
Auch die vierte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) brachte heute nach intensiven Verhandlungen keine Einigung. Das vom Fachverband aktualisierte und deutlich verbesserte KV-Angebot „Arbeit – Sicherheit – Wohlstand“ wurde in zwei Varianten angeboten:
* Variante 1 ist ein Zweijahresabschluss mit einer 10%igen Lohnerhöhung sowie einer Einmalzahlung von 1.500 Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre. Zusätzlich wurde ein Vorruhestandsmodell angeboten.
* Variante 2 führt zu einer durchschnittlichen Lohn- und Gehaltserhöhung von 8,42 %. Diese besteht aus einer Erhöhung der Entgelte um 2,5 % zuzüglich einem monatlichen Fixbetrag von 100 Euro. Dazu kommt eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung von 1.050 Euro. Die untersten Beschäftigungsgruppen bekommen mit diesem Modell sogar bis zu 10 % mehr Lohn.
Beide Varianten wurden von den Gewerkschaften abgelehnt.
Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir haben heute unser Angebot deutlich erhöht und besonderen Wert auf die Stärkung der Kaufkraft unserer Beschäftigten gelegt. Die Gewerkschaften haben unser Angebot trotzdem abgelehnt und beharren auf ihrer Forderung nach einer nachhaltigen Lohnerhöhung um 9,6 %. Mitten in der aktuellen Rezession ist das besonders unverständlich und für den Industriestandort Österreich verantwortungslos und destruktiv.“
Die Ausgangslage hat sich in den letzten Wochen entscheidend verändert. Die Inflation sinkt kontinuierlich und wird für 2024 mit 4 % prognostiziert. Gleichzeitig ist die Rezession in den Betrieben massiv zu spüren, viele Unternehmen müssen Arbeitsplätze abbauen, was sich auch in den aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigt.
„Wir waren heute abschlussbereit. Die Gewerkschaften sind offenbar nur an einer Eskalation interessiert und agieren politisch. Wir sind aber der falsche Ansprechpartner zur Lösung der Inflationskrise. Die angekündigten Warnstreiks sind verantwortungslos, denn man kann die Rezession nicht wegstreiken. Wir stehen jederzeit für weitere Gespräche zur Verfügung und werden im Sinne der Unternehmen und der Beschäftigten auf einen vernünftigen und fairen Abschluss hinarbeiten“, so Knill abschließend.
Der nächste Verhandlungstermin ist der 9. November.
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
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