
„Alice“ nach Lewis Carroll – ein Literaturklassiker neu belebt im Wiener Odeon
Die gemeinsame Produktion „Alice“ von Serapions Theater und sirene Operntheater bringt in neuer Bearbeitung die Hauptfigur und ihren Autor Lewis Carroll auf die Bühne
Ausgehend von Lewis Carrolls Werken _Alice’s Adventures in Wonderland _und T_hrough the Looking-Glass, and What Alice Found There_ zeigt _Alice_ in der Bühnenfassung von Serapions Theater und sirene Operntheater unter der Regie von Kristine Tornquist und Max Kaufmann eine Hauptfigur, die ihrem Autor in mehrfacher Verkörperung gleichberechtigt gegenübersteht. Beginnend bei der ersten, leeren Seite der Erzählung von Carroll, begegnet Alice neben den skurrilen Gestalten des Wunderlandes, auch ihrer eigenen Geschichte, in die sie emanzipatorisch eingreift. Am Ende der letzten Seite angekommen, schließt auch das Stück, indem es eine Frage nach der Grenze von Phantasie aufwirft.
Dieses Motiv der Imagination stellt Kristine Tornquist, Regisseurin und Verfasserin des Bühnentextes von _Alice_, bewusst in den Mittelpunkt, indem sie es mit Lewis Carroll selbst verknüpft: _„Das Verhältnis von Phantasie und Wirklichkeit ist ein zeitloses Thema. Gegen eine missliche Realität – etwa die unerbittlichen viktorianischen Benimmregeln in Oxford – empfand der Autor seinen Nonsens als Selbstermächtigung.“_
Unterstützt wird diese Idee aus Regeln und Widersetzen von den aufwändig gestalteten, komplett aus Papier bestehenden Kostümen. Mirjam Mercedes Salzer und ihr Team der Kostümwerkstatt im Odeon erlernten für die Kreation unterschiedlichste Falttechniken, die trotz ihrer Opulenz flexibel bleiben und sich ständig verändernd auf die darstellerische Leistung des Serapions Ensembles eingehen. Max Kaufmann, künstlerischer Leiter des Odeon, der ebenfalls Regie führt, sagt über den inhaltlichen Zusammenhang von Kostümen und Werksvorlage:
„_Im Vordergrund der Inszenierung steht der Einfluss des Autors auf seine Inspirationsquelle. Lewis Carroll projiziert seine Phantasien auf das junge Mädchen Alice und bringt diese zu Papier. Soweit wörtlich genommen, wurden die Kostüme der Figuren aus seinem Wunderland ausschließlich aus Papier hergestellt. Sie sind so fragil, dass es schon passieren kann, dass sie von Vorstellung zu Vorstellung ihre Form verlieren. Ebenso ist auch Alice von den Imaginationen des Autors regelrecht eingesponnen, um sich am Ende diesen wieder zu entziehen. Zum Schluss bleibt die Frage: Oder war es doch nur das Ende seiner Geschichte?“_
Gemeinsam mit der Musik von Kurt Schwertsik entsteht so ein modernes Bühnenwerk, das die Komposition in den Vordergrund stellt. Eine kleine Bühne mitten in den großen Odeon-Saal gestellt, unterstreicht das Vorhaben im Stil eines szenischen Konzerts und gibt dabei die Erlaubnis, jederzeit den Rahmen sprengen zu dürfen.
_Alice_ feiert am 23. November 2023 seine Uraufführung im Wiener Odeon. Weitere Vorführungen sind am 25. & 30. November sowie am 1., 2., 7., 8., 9., 29., 30. und 31. Dezember 2023 um jeweils 20 Uhr zu sehen. Das Stück ist in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln und dauert 95 Minuten.
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