
FCG/GPA: Absage an Lohnnebenkostensenkung
Arbeitgeber-Sozialbeiträge, wie sie richtig heißen, garantieren unsere soziale Sicherheit und kommen den Arbeitnehmer:innen zugute
2024 ist Wahljahr. Im Herbst entscheidet sich, welche Partei mit ihrem Programm bei den Menschen punkten kann. Ein heiß diskutiertes Thema ist die Senkung der Arbeitgeber-Sozialbeiträge, besser bekannt als Lohnnebenkosten. Jede Partei möchte ihre Zielgruppen „bedienen“. Aus Sicht der Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen in der GPA ist das eine gefährliche Diskussion. Vielen ist nicht bewusst, was eine solche Senkung für den Einzelnen bedeuten würde. Fakt ist, eine Senkung gefährdet die soziale Sicherheit in unserem Land. „Als Gewerkschaft und als Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt, lehnen wir eine Senkung ab“, positioniert sich Wolfgang Pischinger, Vorsitzender der FCG/GPA bei diesem Thema klar.
Die Sozialbeiträge der Arbeitgeber finanzieren uns ungefähr zur Hälfte den Fall einer Arbeitslosigkeit, dass wir eine Pension beziehen können sowie Familienleistungen, wie etwa die Familienbeihilfe oder das Kinderbetreuungsgeld. Die Pensionen befinden sich in Österreich im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau. Davon können andere Länder nur träumen.
KOSTENVERSCHIEBUNG ZU DEN ARBEITNEHMER:INNEN?
Niedrigere Arbeitgeber-Sozialbeiträge hätten auch eine Kostenverschiebung zu Lasten der Arbeitnehmer:innen zur Folge. Und heißt Sozialbeiträge kürzen, dass auch Leistungen reduziert werden? „Die Diskussion ist sehr gefährlich. Eine geringere Abgabenquote hieße weniger öffentliche und gemeinsam finanzierte Leistungen. Bedeutet im Umkehrschluss, jeder Einzelne wäre für seine Absicherung verantwortlich“, warnt Markus Hiesberger, Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA.
UM DIE TEUERUNG EINZUDÄMMEN, IST DIESE DISKUSSION DER FALSCHE ANSATZ
Hiesberger erteilt weiters der Behauptung, Österreich wäre Spitzenreiter bei den Abgaben, eine Abfuhr: „Im OECD-Vergleich liegt Österreich über der durchschnittlichen Abgabenquote. Vergleicht man Österreich jedoch mit anderen wohlhabenden Ländern wie Schweden, Dänemark oder der Schweiz, sieht die Sache ganz anders aus. Denn die verpflichtenden Beiträge, die in den drei Ländern an private Versicherungen und Pensionskassen gehen, kommen bei der Abgabenquote noch dazu. Man kann also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.“ Oft werde die Diskussion dahingehend geführt, dass Arbeitnehmer:innen durch die Senkung der Lohnnebenkosten mehr im Börserl bliebe. „Die Senkung der Sozialstaatsbeiträge als Maßnahme gegen die Teuerungen ins Spiel zu bringen, ist eine Themenverfehlung. Denn die Reduktion der genannten Beiträge entlastet unmittelbar nur die Unternehmen. Für die Arbeitnehmer:innen, für die es immer schwieriger wird, Miete, Lebensmittel, Strom und Sprit zu zahlen, bewirkt das keine Erleichterung, sondern gefährdet ihre soziale Sicherheit“, so Pischinger und Hiesberger abschließend.
Mag. Markus Hiesberger, MBA
050301-21 352
markus.hiesberger@gpa.at
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