
Stellungnahme zur Stadtrechnungshofprüfung Pratermuseum Neu
Das neue Pratermuseum wird im Zeit- und Budgetrahmen eröffnet. Der Stadtrechnungshof stellte geringe formale Mängel bei einzelnen Vergabeverfahren fest.
Aufgrund eines von der ÖVP am 23. Dezember 2022 gemäß § 73e Abs. 1 WStV gestellten Ersuchens an den Stadtrechnungshof Wien, unterzog dieser den Neubau des Pratermuseums noch während der Bauphase einer bauwirtschaftlichen Prüfung. Diese begann im Frühling 2023, also fast ein Jahr vor der geplanten Fertigstellung und Eröffnung des neuen Pratermuseums.
Der Inhalt des Prüfungsersuchens war, Ausschreibungen, Beauftragungen sowie diverse Planungen und die Finanzierung des neuen Pratermuseums auf Ordnungsmäßigkeit, Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit zu beurteilen. Dabei wurde die Planungsphase, das ursprüngliche Projekt sowie das nach der Evaluierung zur Nachhaltigkeit und Kubatur erweiterte Projekt untersucht.
Positiv und an erster Stelle wurde zum Prüfungszeitpunkt die Einhaltung des Budgets bewertet. Mittlerweile ist das Projekt fertiggestellt und somit kann die Einschätzung des Rechnungshofs auch formal verifiziert werden. Das Bauprojekt Pratermuseum Neu wurde sowohl im Zeitplan als auch im zur Verfügung stehenden Budget umgesetzt. Dies geschah trotz des Umstands, dass die neuralgischen Phasen des Unterfangens (von der Ausschreibung zur Findung des Generalunternehmers bis zum Baugeschehen) mitten in die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelösten Krisen fielen.
Bei einzelnen geprüften Vergabeverfahren stellte der Stadtrechnungshof gewisse Mängel fest. Diese betrafen drei Vergabeverfahren, die insgesamt neun Prozent der gesamten Vergabesummen ausmachten (das gesamte Projektbudget lag bei EUR 4.100.000,-). Konkret gab es Kritik an der Schätzung von Auftragswerten, der Preisangemessenheitsprüfung von Dienstleistungsaufträgen sowie bei der Dokumentation für das erweiterte Projekt. In diesem Zusammenhang wurden vom Stadtrechnungshof auch acht Empfehlungen ausgesprochen.
Einige dieser Empfehlungen wurden sogleich nachgekommen, z.B. die zu vervollständigende Dokumentation (die Lücken waren dem durch die saisonalen Bauzeiten im Prater verursachten Zeitdruck geschuldet gewesen). Andere – wie die Kritik an der getrennten Ausschreibung für die Planung des Gebäudes und die Planung der Dauerausstellung – gingen an der gängigen Praxis in der Museumswelt vorbei. Denn die Architektur eines Museumsbaus stellt ein vollkommen anderes Gewerk dar als die Gestaltung von Ausstellungen. Separate Ausschreibungen sind hier eine branchenweite Selbstverständlichkeit. In diesem Sinne wurden auch sämtliche Vergabevorschriften eingehalten. Ebenso korrekt war die Wahl der Vergabeverfahren mit den entsprechenden Wertgrenzen. Für beide Leistungen lag die geschätzte (wie auch die beauftragte) Auftragssumme unter EUR 100.000,-.
Das neue Pratermuseum wurde trotz aller Widrigkeiten im Budget- und Zeitplan ausgeführt. In seiner erweiterten Form ist es zu einem Vorzeigeprojekt nachhaltigen Bauens im Museumsbereich geworden.
Ab dem 15. März 2024 ist das neue Pratermuseum von Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Wien Museum
Konstanze Schäfer
0664 54 57 800
konstanze.schaefer@wienmuseum.at
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