RSF-Rangliste der Pressefreiheit 2024

Sicherheitsrisiko Urnengang: Gewalt bedroht Medienschaffende, die über Wahlen berichten

Mehr Übergriffe im Umfeld von Wahlen und eine Rekordzahl von Ländern mit katastrophalen Bedingungen für Medienschaffende: Die Lage der Pressefreiheit hat sich im weltweiten Vergleich weiter deutlich verschlechtert. Dies geht aus der Rangliste der Pressefreiheit 2024 von Reporter ohne Grenzen (RSF) hervor. Der Analyse zufolge befanden sich im vergangenen Jahr 36 Länder in der schlechtesten Wertungskategorie – so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Unabhängige journalistische Arbeit ist in diesen Ländern praktisch unmöglich.

Besonders vor und nach Abstimmungen sind Journalistinnen und Journalisten gefährdet. Es kommt zu Beschimpfungen, Gewalt und Festnahmen. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend mit Blick auf das Superwahljahr 2024: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung wird in diesem Jahr an die Wahlurnen gebeten – etwa in den USA und Indien. Auch in Österreich stehen Wahlen an: Neben den Wahlen für das EU-Parlament wird im Herbst ein neuer Nationalrat gewählt.

DIE BESTEN UND DIE SCHLECHTESTEN 

Auch das Trio an der Spitze des Weltindex für Pressefreiheit hat zum Rückgang des politischen Gesamtindikators beigetragen. Obwohl NORWEGEN seine Position als NUMMER 1 beibehalten hat, gehört es zu den Ländern, die einen Rückgang ihres politischen Wertes hinnehmen mussten. IRLAND (8. PLATZ), wo Politiker*innen Medien rechtlich unter Druck gesetzt haben, hat seine Position als Spitzenreiter der Europäischen Union an DÄNEMARK (2. PLATZ) abgegeben, gefolgt von SCHWEDEN (3. PLATZ).

Die drei asiatischen Länder, die im letzten Jahr am Ende des Index standen – VIETNAM (174.), CHINA (172.) und NORDKOREA (177.) – haben ihre Positionen an drei Länder abgegeben, deren politische Werte stark gesunken sind. Dabei handelt es sich um AFGHANISTAN (178 -44 Plätze im politischen Ranking), das seit der Machtübernahme durch die Taliban ununterbrochen Medienschaffende verfolgt, Syrien (179 -8 Plätze im politischen Ranking) und ERITREA (180. -9 Plätze im politischen Ranking), das nun sowohl im politischen als auch im allgemeinen Ranking den letzten Platz belegt. Die beiden letztgenannten Länder sind rechtsfreie Räume für die Medien, mit Rekordzahlen an festgenommenen, verschwundenen oder als Geiseln gehaltenen Journalisten.
Zum gesamten Bericht:

Reporter ohne Grenzen Österreich
Christin Edlinger
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