
ÖGB fordert dringend Sommerbetreuungsgipfel und sechste Urlaubswoche
Schumann: „Ferienbetreuung im nächsten Sommer muss noch heuer gesichert sein, damit Eltern 2025 nicht wieder vor den gleichen Herausforderungen stehen.“
Die Sommerferien biegen in die Zielgerade ein. Anders als die meisten Kinder freuen sich viele Eltern auf das Ferienende. Denn die Kinderbetreuung im Sommer ist für viele jedes Jahr organisatorisch wie finanziell eine große Herausforderung. Dies belegt auch eine aktuelle Elternbefragung im Rahmen der AK-Schulkostenstudie, laut welcher die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie während der Ferienzeit für viele Eltern problematisch ist.
Um diese Probleme beheben, fordert der ÖGB neuerlich einen dringend einzuberufenden Sommerbetreuungsgipfel. Dieser soll – noch im Herbst dieses Jahres – sicherstellen, dass verlässlich kostengünstige und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote zur Verfügung stehen. „An einem Sommerbetreuungsgipfel führt kein Weg vorbei. Die Betreuung für den nächsten Sommer muss noch heuer gesichert sein, damit die Familien 2025 nicht wieder vor den gleichen Herausforderungen stehen. Die Eltern dürfen nicht allein gelassen werden“, bekräftigt Korinna Schumann, Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende des ÖGB: „Jedes Kind und alle Jugendlichen sollen sich in den Ferien erholen und sich abseits des schulischen Lernens auf ihre eigenen Interessen konzentrieren können. Doch die Realität sieht anders aus: Vielfach entscheidet der finanzielle Hintergrund der Eltern darüber, ob Kinder eine unbeschwerte Ferienzeit erleben dürfen oder nicht.”
Hohe Kosten
Laut der AK-Befragung haben 81 Prozent der Eltern bereits frühzeitig die Ferien ihrer Kinder durchgeplant, doch trotzdem klafft oft eine Betreuungslücke von etwa zwei Wochen. Die Hälfte der befragten Eltern empfindet die Kosten für Ferienbetreuungen als Belastung. Durchschnittlich geben sie 415 Euro pro Kind für Ferienaktivitäten aus. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen, die durch die Teuerung zusätzlich belastet werden. „Eine kostengünstige Ferienbetreuung würde den rund 500.000 Kindern, die von Armut betroffen sind, einen schöneren Sommer bescheren und die Eltern – und hier vor allem die Mütter – beim Jonglieren zwischen Arbeit, Betreuung und den steigenden Kosten entlasten. Es ist unsere Pflicht, diese Kinder und ihre Familien nicht im Stich zu lassen“, so Schumann.
Neben den finanziellen Herausforderungen steht auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus. Während die meisten berufstätigen Eltern nur fünf Wochen Jahresurlaub haben, müssen sie bis zu 14 Wochen schulfreie Zeit überbrücken. Viele greifen auf Großeltern oder teure Betreuungsangebote zurück. „Eltern müssen in den Ferien oft abwechselnd Urlaub und Zeitausgleich nehmen oder parallel zum Homeoffice die Kinder versorgen. Das ist weder fair noch sinnvoll“, schließt Schumann und fordert neben dem Sommerbetreuungsgipfel im Herbst finanzielle Unterstützung für Ferienbetreuung, spezielle Entlastungen für armutsgefährdete Familien und Alleinerziehende sowie eine sechste Urlaubswoche für alle Arbeitnehmer:innen.
ÖGB Kommunikation
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