
ÖGB unterstützt Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen”
Schumann: „Übergriffe gehören nicht zum Job. Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, Mitarbeiter:innen vor jeglicher Gewalt zu schützen.“
„Gewalt ist in keinem Lebensbereich zu tolerieren. Verbale oder körperliche Übergriffe gehören auch nicht zum Job. Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, Mitarbeiter:innen vor jeglicher Gewalt zu schützen“, betont Korinna Schumann, Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende des ÖGB. Doch die Realität sieht anders aus: Frauen sind hierzulande auch am Arbeitsplatz nicht ausreichend vor sexuellen Übergriffen, psychischer und physischer Gewalt geschützt. Jede vierte Frau in Österreich war bereits Opfer sexueller Belästigung im Job. Schumann appelliert an Unternehmen, ihre gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht wahrzunehmen und wirksame Maßnahmen zur Gewaltprävention zu setzen.
RECHT AUF GEWALTFREIE ARBEITSWELT
„Betroffene Frauen müssen ermutigt werden, sich an ihren Betriebsrat, an die Gewerkschaft oder an Beratungsstellen zu wenden, um das Schweigen zu brechen“, sagt die Gewerkschafterin und verweist auf das auf Druck von ÖGB und AK inzwischen ratifizierte ILO-Übereinkommen 190, das ein weltweites Recht auf eine Arbeitswelt frei von Gewalt und Belästigung vorsieht.
PSYCHISCHE GEWALT ALS ANFANG
Denn oft ist psychische Gewalt der Anfang einer Gewaltspirale, die letztlich zu körperlichen Übergriffen führt. „Durch Übergriffe werden die Integrität und die Würde von Frauen verletzt. Wenn sie sich dann jemandem anvertrauen, werden sie oft nicht ernstgenommen. Es fallen Begriffe wie ‚verrückt und ‚hysterisch, die nicht nur völlig unqualifiziert sind, sondern auch tiefe Spuren hinterlassen“, verweist Schumann auf daraus resultierende Angstzustände, posttraumatischen Stress oder Depressionen.
GEFÄHRLICHE ARBEITSPLÄTZE
In einigen Branchen sind sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Beschimpfungen besonders häufig. Laut Arbeitsinspektorat betrifft das unter anderem Pflege- und Betreuungseinrichtungen, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen, Ordinationen, isolierte Arbeitsplätze, Bars, Hotels und Restaurants, aber auch den Einzelhandel oder die Reinigungsbranche.
MEHR GELD FÜR FRAUEN!
Die ÖGB Frauen setzen sich daher für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben für Frauen ein. „Frauen brauchen dafür gute Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und ein gesichertes Einkommen, von dem sie leben können“, so Schumann weiter. Es führe außerdem kein Weg an zusätzlichen finanziellen Mitteln vorbei, um den Schutz von Frauen zu gewährleisten. „Doch auch als Gesellschaft müssen wir zusammenstehen und jeglicher Gewalt, egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld, die Rote Karte zeigen“, so Schumann.
VOLLE UNTERSTÜTZUNG DES ÖGB
„Die internationale Kampagne unter dem Titel „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ die jährlich vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindet, bietet eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die verschiedenen Formen der Gewalt zu schärfen und Lösungen zur Bekämpfung dieses Problems zu finden, auch hinsichtlich der Übergriffe im Arbeitsumfeld. Dafür gibt es unsere volle Unterstützung“, schließt Schumann.
ÖGB Kommunikation
Martin Mandl
Telefon: 06605212646
E-Mail: martin.mandl@oegb.at
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