
Gewerkschaft GPA-Teiber zu Pensions-Debatte: „IV völlig entrückt von Realität“
Höheres Antrittsalter bedeutet weniger Pension
„Die von der Industriellenvereinigung gezeichneten Horrorszenarien zum Pensionssystem sind jenseits jeder Realität. Während der Anteil der über 65-Jährigen bis 2070 von 19 Prozent auf 30 Prozent steigen wird, nimmt der Anteil der Wirtschaftsleistung, der für Pensionen gezahlt werden wird, nur von rund 14 Prozent auf maximal 15 Prozent im Jahr 2030 zu, um dann wieder Richtung 14 Prozent zu sinken. Wer hier die Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems an die Wand malt, verrichtet das Geschäft der privaten Pensionsversicherungen, die von Unsicherheiten der Bevölkerung profitieren“, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA zur heutigen Presseaussendung der IV. ++++
„Bereits jetzt sind etliche Pensionsreformen im Gange, etwa die Anhebung des Frauenpensionsalters oder das Auslaufen der Beamtenpensionen. Das faktische Pensionsalter ist von 2000 bis 2022 bei Männern um 3,7 Jahre, bei Frauen um 3,4 Jahre gestiegen. Die Lebenserwartung mit 60 stieg im gleichen Zeitraum nur um 2,2 beziehungsweise 1,7 Jahre. Das Pensionssystem ist sicher“, so Teiber.
Die Gewerkschafterin rechnet vor: „Die Wahrheit ist, dass ein höheres Pensionsantrittsalter einfach geringere Pensionen bedeutet. Wer etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten kann, müsste beispielsweise bei einer Anhebung auf 67 zwei Jahre zusätzliche Abschläge in Kauf nehmen. Bei 40 Versicherungsjahren und durchschnittlich 3.000 Euro Verdienst, verliert man dann 218 Euro im Monat. In zehn Pensionsjahren ist das ein Verlust von 30.502 Euro. Das ist Diebstahl an jenen, die ihr Leben lang durch ihre Arbeit einen Beitrag zu unserem Wohlstand geleistet haben.“
Zuletzt weist Teiber noch auf die Heuchelei der Debatte hin: „Während seitens der Industrie immer nur die Pensionen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angegriffen werden, die sich die Beschäftigten zu 83 Prozent durch eigene Beiträge finanzieren, hört man nie ein Wort über die Pensionen der Selbständigen, zu denen der Staat die Hälfte zuschießen muss, oder der Bauern, die überhaupt nur knapp über ein Fünftel ihrer Pensionen selbst zahlen. Das alleine ist verräterisch genug.“
Gewerkschaft GPA – Öffentlichkeitsarbeit
Daniel Gürtler
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