Kogler: Kürzungen der zugesagten Literaturstipendien sind ein Offenbarungseid der fehlenden Planungskompetenz

Das Kulturministerium ist gefordert, diesen Schritt gegen die Autor:innen sofort zurückzunehmen

Werner Kogler, Kultursprecher und stellvertretender Klubobmann der Grünen, kritisiert die vom Kulturministerium unter Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) verkündete Kürzung der Projektstipendien für Literatur von zwölf auf zehn Monate scharf. Diese Entscheidung, die 50 Autor:innen betrifft und einen finanziellen Verlust von jeweils 3.000 Euro bedeutet, sei ein inakzeptabler Umgang mit dem österreichischen Literaturbetrieb: „Es ist empörend, wie hier mit heimischen Autor:innen umgegangen wird. Die Kürzung der Stipendien im Nachhinein, nachdem Zusagen für zwölf Monate gemacht wurden, zeugt von einem Mangel an Respekt für die Arbeit der Künstler:innen und schafft eine inakzeptable Planungsunsicherheit.“

Kogler hinterfragt die vom Ministerium genannte Begründung eines „enormen Budgetlochs“: „Wenn es tatsächlich ein so ‚enormes Budgetloch‘ gibt, dann muss einmal mehr die Frage erlaubt sein, warum ausgerechnet bei kleinen Leistungen für Künstler:innen, die ohnehin oft unter prekären Bedingungen arbeiten, gespart wird, während die Regierung die milliardenschweren umweltschädlichen Subventionen sogar noch ausweitet,“ so Kogler.

Besonders verärgert zeigte sich Kogler über die widersprüchlichen Aussagen zur Kommunikation mit der IG Autorinnen Autoren: „Die Behauptung des Ministeriums, diese Maßnahme sei mit der IG Autorinnen Autoren besprochen und sogar präferiert worden, steht im krassen Widerspruch zu den Aussagen aus der Branche. Das beschädigt das Vertrauen in die Förderpolitik und die Glaubwürdigkeit des Ministeriums.“

Kogler fordert das Kulturministerium auf, die Kürzung der Stipendien sofort rückgängig zu machen und die volle Laufzeit von zwölf Monaten zu gewährleisten: „Die Regierung muss für die volle Auszahlung der Stipendien sorgen und endlich eine Kulturpolitik des Vertrauens und der Wertschätzung leben, anstatt die Künstler:innen mit unangekündigten Kürzungen und mangelhafter Kommunikation zu brüskieren“, fordert Kogler und stellt klar: „Die Grünen standen und stehen für eine Kulturpolitik, die die Rahmenbedingungen für Kunst verbessert und die Vielfalt der österreichischen Kulturlandschaft stärkt, anstatt sie durch Sparmaßnahmen und administrative Pannen zu gefährden.“

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