
Ärztliche Hausapotheke, öffentliche Apotheke und der online Handel – was ist zeitgemäß und sicher?
Podiumsdiskussion mit Gesundheitspolitikern setzt neue Initiative zu Gesprächen über eine Novelle des Apothekengesetzes
Die Zukunft der Versorgung von Patienten mit Medikamenten war vergangene Woche Thema bei der Veranstaltung des Schutzverbandes der Hausapotheken führenden Ärzte Österreichs. „Bei der Arzneimittelversorgung stehen uns verschiedene Möglichkeiten zu Verfügung: ärztliche Hausapotheke, öffentliche Apotheke und zunehmend der online Handel. Was aber ist zeitgemäß und sicher?“, fragte die Obfrau des Schutzverbandes, die Bregenzerwälder Allgemeinmedizinerin Dr. Carmen Berti Zambanini, ihre Gäste, die Vertreter der fünf Parlamentsparteien (Fiona Fiedler-NEOS, Laurenz Pöttinger-ÖVP, Rudolf Silvan-SPÖ, Ralph Schallmeiner-Grüne und Rene Brasser-FPÖ, in Vertretung Gerhard Kaniak).
Unbestritten war von allen Teilnehmern, dass der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten via Onlinehandel in Österreich vom Gesetzgeber nicht zugelassen wird. Das zu regeln ist, nach EU-Rechtsprechung, auch weiterhin den nationalen Gesetzgebern vorbehalten.
Unterschiedliche Ansichten gab es vor allem um die Position der Hausapotheken mit dem Vertreter der Grünen Parlamentsfraktion, Schallmeiner. Er sieht in Hausapotheken eine, wie er es nannte, Notversorgung, für den Fall, dass es keine öffentliche Apotheke im jeweiligen Gebiet gibt. Auch trat er der Auffassung, wonach in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten die Hausapotheke einer Ärztin, einem Arzt wirtschaftlicher Anreiz zur Eröffnung einer Ordination sein sollte, entgegen. Er verlangt dazu, in diesen Gebieten für Ärztinnen und Ärzte von der Sozialversicherung entsprechend hohe Honorare, die Anreiz genug sein sollten.
In seiner Replik auf die Aussagen Schallmeiners verwahrte sich der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, der Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte, OMR Dr. Edgar Wutscher, gegen die Bezeichnung „Notversorgung“: „Das Einzugsgebiet der Landärztinnen und -ärzte mit den österreichweit 800 Hausapotheken umfasst rund 3 Millionen Menschen. Das ist ja wohl keine Notversorgung! Vielmehr garantieren die Hausapotheken erst wirklich die österreichweite Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten!“
Der Vertreter des ÖVP-Parlamentsklubs, Pöttinger, wiederum wies mehrfach darauf hin, dass es zu keinen Maßnahmen kommen darf, die die Lohnnebenkosten weiter erhöhen. Wie Experten vorrechnen, müsste das aber der Fall sein, wenn man Ärzten als Anreiz ihre Ordinationen am Land zu führen, speziell hohe Honorare zahlen möchte, was aber angesichts der finanziellen Situation der Sozialversicherung ausgeschlossen ist.
Die Obfrau des Verbandes Hausapotheken führender Ärzte, Berti-Zambanini, sowie der Leiter des Referates für Hausapotheken und Medikamentenangelegenheiten, MR Dr. Silvester Hutgrabner, nannten ihre Vorschläge zur Reform die Apothekengesetzes, um die medikamentöse Versorgung der Bevölkerung am Land mit Hausapotheken weiterhin sicherstellen zu können:
Aus ihrer Sicht geht es dabei um folgende Punkte:
* DIE STARREN DERZEITIGEN KILOMETERGRENZEN (4 und 6 Kilometer) sind überholt. Den Ärztevertretern schwebt eine Regelung vor, die sich, wie schon einmal im Gesetz definiert, vor allem am (flexiblen) Bedarf orientiert. Jetzt führt die strikte Regel zu oft skurrilen Vorgängen, um Hausapotheken zu ermöglichen oder zu verhindern: ganze Kreisverkehre werden verlegt, Eingänge an die Hausrückseite verlegt, Einbahnen umgedreht oder Fahrverbote erlassen. Das schafft enorme Rechtsunsicherheit, sowohl für betroffene Ärzte, Apotheker, aber natürlich auch für die Patientinnen und Patienten und die Gemeindefunktionäre.
Schutzverband d. Hausapotheken führenden Ärzte Österreichs
E-Mail: info@hapo-schutzverband.at
Website: https://www.hapo-schutzverband.at/
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