Caritas und Foresight warnen vor steigender Armut: „Hier droht, Grundlegendes ins Rutschen zu geraten!“

In Wien startet Caritas neue Hotline für raschen Zugang zu Lebensmittelhilfe und bittet um Spenden. Schwertner appelliert an Bund und Länder: „Sozialstaat in der Krise stärken!“

Die Preise für Lebensmittel und Energie steigen weiter – und mit ihnen die Verzweiflung vieler Menschen, allen voran in Haushalten mit wenig Einkommen. „Unser Befund ist eindeutig und er ist zutiefst besorgniserregend: Ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung kann sich Grundlegendes nicht mehr leisten. Die Nachfrage nach unserer Lebensmittelhilfe steigt. Für viele ist der tägliche Einkauf zur Existenzfrage geworden“, betont Caritasdirektor Klaus Schwertner bei einem Pressegespräch in einer Lebensmittelausgabestelle der Caritas in Wien. Gemeinsam mit Foresight-Geschäftsführer Christoph Hofinger und Caritas-Projektleiterin Lea Laubenthal machte Schwertner auf bestehende Not aufmerksam und darauf, dass die aktuelle Politik in Bund und Ländern diese Not weiter verschärfen könnten. Schwertner: „Wir sehen es hier und in den offiziellen Statistiken der Republik: Die Zahl der akut von Armut betroffenen Menschen hat sich auf einem viel zu hohen Niveau verfestigt. Angesichts der teils drastischen Sparpläne in Bund und Ländern steht zu befürchten, dass die Armut in Österreich in einem Ausmaß zunehmen könnte, wie wir es länger nicht erleben mussten. Hier droht, Grundlegendes ins Rutschen zu geraten.“ In den Le+O-Lebensmittelausgabestellen in Wien und NÖ wird die steigende Not besonders deutlich – die Anzahl der unterstützten Haushalte ist zuletzt deutlich gestiegen. Doch auch darüber hinaus zeichnen die Daten ein beunruhigendes Bild. Christoph Hofinger zitierte Daten jüngster Befragungen: „Etwa ein Zehntel der Menschen in Österreich tut sich schwer, laufende Ausgaben zu decken. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie Arbeitsuchende oder Alleinerziehende. Oft wird nicht nur bei Essen und Haushalt gespart, sondern es müssen auch soziale Aktivitäten eingeschränkt werden. Ein Alarmsignal: Die Betroffenen haben in Folge oft nicht nur für sich selbst, sondern für die Gesellschaft als Ganzes die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verloren.“

Michaela Ritter
Pressesprecherin
Caritas der Erzdiözese Wien
0676/4634932
michaela.ritter@caritas-wien.at

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