Hybridmärkte als Zukunftsmodell der Nahversorgung

LH Mikl-Leitner: „In den letzten 5 Jahren haben wir 37 Hybridmärkte in Niederösterreich unterstützt“

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute, Donnerstag, gemeinsam mit Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Bürgermeister Ewald Gorth und Kauffrau Anita Hiesel zum Thema „Hybridmärkte als Zukunftsmodell der Nahversorgung“ im Nah&Frisch in der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf. Anita Hiesel hat den Dorfladen im vergangenen Jahr übernommen und diesem in Zusammenarbeit mit der Firma Kienast, mit dem finanziellen Beitrag der Gemeinde und der NAFES-Förderung mit der Umstellung auf Hybrid einen Relaunch gegeben. Seit 5. September 2025 ist der Nah&Frisch in Inzersdorf als Hybridmarkt in Betrieb.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte die Wichtigkeit des Themas und, dass man Nahversorger in den Gemeinden und Dörfern brauche. „Früher war ein Greißler in einer Ortschaft eine Selbstverständlichkeit“, führte Mikl-Leitner aus, dass sich das heute geändert habe, weil die Menschen viel mobiler geworden seien und das bringe den Nahversorger immer wieder massiv unter Druck. „Da braucht es auch neue Lösungen, da braucht es Anpassung der Systeme. Und da hilft uns der ganze Bereich der Digitalisierung“, hielt die Landeshauptfrau weiters fest: „Digitalisierung soll aber die Menschen nicht ersetzen, sondern vor allem ergänzen und ihnen zur Seite stehen.“

„Gerade dieser Nahversorger ist bestes Beispiel dafür, wie es gehen kann“, führte Mikl-Leitner aus, dass hier am Vormittag mit einer Bedienung, wo man auch soziale Kontakte pflegen könne, eingekauft werden könne, und in den Randzeiten könne man mit der Bankomatkarte hereinkommen und die Selbstbedienung nutzen. Die Landeshauptfrau sprach von einem System mit einer Win-Win-Situation für alle und bedankte sich bei Kauffrau Anita Hiesel, die die Verantwortung für den Nah&Frisch in Inzersdorf übernommen habe.

Die NAFES-Aktion habe man seit vielen Jahren im Programm und damit habe man in enger Zusammenarbeit zwischen Land Niederösterreich und Wirtschaftskammer Niederösterreich bereits sehr viel bewegt. „In den letzten fünf Jahren haben wir 37 Hybridmärkte bei uns in Niederösterreich unterstützt, das sind in etwa 60 Prozent der gesamten NAFES-Förderung“, sprach die Landeshauptfrau von einem Erfolgsmodell. Sie bedankte sich auch beim Partner „Nah&Frisch“ und der Firma Kienast, der die Nahversorgung wichtig sei und die eine enge Zusammenarbeit mit den Betreibern hege und pflege.

Seit dem Jahr 1998 habe man mit der NAFES-Aktion 1.328 Projekte unterstützt, 24,7 Millionen Euro an Fördermitteln ausgeschüttet und damit 130 Millionen an Investitionen ausgelöst, so die Landeshauptfrau, die sich auch bei Bürgermeister Ewald Gorth bedankte: „Ohne Unterstützung der Gemeinde wäre es nicht gegangen.“ Diese habe 71.000 Euro in die Umstellung auf das Hybridmodell investiert und die NAFES-Förderung davon betrage 30 Prozent. „Damit ist die Nahversorgung für Inzersdorf-Getzersdorf gesichert“, so Mikl-Leitner, die weiters an die Ortsbewohnerinnen und Ortsbewohner appellierte: „Will man einen Nahversorger, muss man ihn auch nutzen.“

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker ergänzte: „Die Regionalität hat für uns alle eine große Bedeutung. Regionales Einkaufen belebt die Ortskerne, bringt uns Lebensqualität, unterstützt die heimische Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze.“ Daher setze die Wirtschaftskammer zahlreiche regionale Maßnahmen. Als Beispiel hob Ecker die Regionalitätskampagne „ichkauflokal“ hervor, bei der mit breitgestreuten Marketingmaßnahmen und zahlreichen Aktivitäten auf die Bedeutung des lokalen Einkaufs aufmerksam gemacht wird. Außerdem sei man mit den rund 100 lokalen Kauf- und Marketinggemeinschaften in Niederösterreich im regelmäßigen Erfahrungsaustausch.

Zur NAFES-Aktion hielt der WKNÖ-Präsident fest, dass bei der aktuellen Förderschiene, die 2024 begonnen habe und noch bis Dezember 2026 laufe, bisher 106 Projekte mit über 1,5 Millionen Euro gefördert und dabei Investitionen von über 5,4 Millionen Euro ausgelöst worden seien. „Die Förderschwerpunkte von NAFES liegen einerseits bei Infrastruktur-Maßnahmen, wie Wochenendmärkte oder Leerflächenprojekte“, informierte Ecker, dass weiters Aktivitäten zur Verbesserung des Einkaufs in Stadt- und Ortskernen gefördert werden und auch Nahversorgungsprojekte, etwa auch die Einrichtung eines Hybridmarktes, wie jener in Inzersdorf. Hybridmärkte hätten für die Konsumentinnen und Konsumenten einen Riesenvorteil, denn damit könnten auch die Öffnungszeiten ausgedehnt werden. „Ich kauf lokal – denn mir ist’s nicht egal!“, appellierte Ecker an die Bevölkerung.

Bürgermeister Ewald Gorth betonte, dass es der Gemeinde ein wichtiges Anliegen sei die Nahversorgung und Grundversorgung für die Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger aufrecht zu erhalten, insbesondere auch für die Menschen, die nicht mehr so mobil seien. Gorth bedankte sich bei Kauffrau Anita Hiesel, die den Dorfladen übernommen und von einem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit gewechselt hat. „Die Umstellung auf die Hybridlösung ist eine Kombination aus traditionellem Einkauf gepaart mit moderner Technik. Es wird die Zukunft sein – vor allem für so kleine Landgemeinden wie unsere“, so Gorth. Man ermögliche damit, dass das Geschäftsfeld erweitert und die wirtschaftliche Basis dadurch gestärkt werde. Der Bürgermeister bedankte sich auch bei der Landeshauptfrau für die Unterstützung bei diesem Projekt und generell; damit könne man für alle Beteiligten ein ordentliches Umfeld schaffen.

Kauffrau Anita Hiesel bedankte sich für die Unterstützung der Gemeinde, der Firma Kienast, der NAFES und vom ganzen Land; dadurch sei es möglich den Dorfladen zu betreiben, denn gerade am Anfang – wenn man nicht so viel Startkapital zur Verfügung habe – sei es finanziell nicht so einfach. Hiesel hat eine Freude mit ihrer neuen Aufgabe: Wenn die Leute wegen einer Brezen kommen oder sagen, dass ihnen der Kaffee schmecke und sie wiederkommen, das sei für sie eine Bestätigung für ihre Arbeit. Der Hybridmarkt selbst werde immer mehr angenommen, von den Jungen, aber auch von den Älteren.

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