
Zorba/Grüne zu GROK-Deepfake-Skandal: Digitale Schutzgesetze verteidigen statt aufweichen
Regierung muss aus Winterschlaf erwachen – insebsondere Frauen und Kinder brauchen Schutz im digitalen Raum
Massenweise werden aktuell sexualisierte Deepfakes über Grok erstellt. Seit 25. Dezember 2025 können Nutzer:innen der Plattform X mit dem KI-Tool „Grok“ des Unternehmens xAI hochgeladene Fotos ohne Einwilligung der abgebildeten Personen manipulieren. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. Süleyman Zorba, Digitalisierungssprecher der Grünen: „Der aktuelle Grok-Skandal zeigt in aller Deutlichkeit, warum Europa starke digitale Schutzgesetze braucht.“
Für die Erstellung der pornografischen Deepfakes braucht es keinerlei technische Kenntnisse. Mit einfachen Textbefehlen werden sexualisierte Deepfakes und Missbrauchsdarstellungen erstellt und öffentlich in Reply-Threads verbreitet. xAI räumte mittlerweile selbst „Lücken in den Schutzmaßnahmen“ ein.
„Der Grok-Skandal zeigt, warum wir den AI Act und den Digital Services Act so dringend brauchen. Diese Gesetze schützen Menschen vor digitaler Gewalt durch mächtige Tech-Konzerne“, sagt Zorba. Umso alarmierender ist, dass genau diese Schutzgesetze derzeit politisch unter Druck geraten. Zorba: „Mit dem sogenannten ,Digitalen Omnibus sollen zentrale Bestimmungen der europäischen Digitalgesetzgebung aufgeweicht werden – ausgerechnet in einem Moment, in dem der Grok-Skandal offenbart, wie real und konkret die Gefahren durch unkontrollierte KI sind.“
Zorba fordert insbesondere auch die österreichische Regierung auf, dringend aus ihrem Winterschlaf zu erwachen: „Die Bundesregierung muss sich jetzt klar und unmissverständlich zu den europäischen Digitalgesetzen bekennen und darf deren Aufweichung nicht unterstützen. Wer digitale Schutzgesetze schwächt, stellt sich gegen den Schutz von Frauen, Kindern und Grundrechten im digitalen Raum.“
Während andere Staaten handeln, bleibt Österreich bei den eigenen Hausaufgaben säumig. Schon im November haben die Grünen rechtliche Nachschärfungen im Bereich von sexualisierten Deepfakes gefordert. Aber auch die nationale KI-Behörde, die Staatssekretär Pröll zwar für Herbst angekündigt hat und die nach europäischem Recht bereits seit Sommer 2025 eingerichtet sein müsste, existiert bis heute nicht. „Wie soll Österreich wirksam gegen KI-Missbrauch, Deepfakes und digitale Gewalt vorgehen, wenn nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene KI-Behörde eingerichtet wird?“, kritisiert Zorba und hält fest: „Starke Gesetze brauchen eine funktionierende Durchsetzung. Ohne klare Zuständigkeiten bleiben sie leere Versprechen.“
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