WKÖ-Gleißner: „Fokus auf Eingliederungsbeihilfe ist wirksamste Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit bei Älteren“

Verstärkter Einsatz der bewährten Eingliederungsbeihilfe positiv – weitere Belastungen der Betriebe wären hingegen jetzt der falsche Weg

„In Zeiten der Budgetknappheit gilt es den Fokus auf effiziente und erwiesenermaßen wirksame Maßnahmen zu legen. Es ist daher positiv, dass die Regierung im Rahmen der Aktion 55+ das bewährte Instrument der Eingliederungsbeihilfe einsetzen will“, sagt Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung Sozial- und Gesundheitspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der Vorstellung der Aktion 55+ durch Bundesministerin Korinna Schumann.

Bei der Eingliederungsbeihilfe handelt es sich um einen befristeten Lohnkostenzuschuss für Betriebe, die Arbeitslose mit besonderen Nachteilen einstellen, also z.B. Langzeitarbeitslose oder ältere Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. „Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Eingliederungsbeihilfe die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Langzeitarbeitslosen verdreifacht und deutlich wirksamer als andere Arbeitsmarktinstrumente, insbesondere auch bei Älteren ist. Genau solche Instrumente brauchen wir daher, wenn wir ältere Arbeitslose in Beschäftigung bringen wollen“, betont Gleißner. Die Aktion 20.000 war in diesem Zusammenhang weit weniger erfolgreich und erhöhte die Chance deutlich weniger (um unter 50%).

Insgesamt zeigen die Zahlen, dass der Arbeitsmarkt ältere Arbeitskräfte immer besser aufnimmt. Denn trotz der nach wie vor schwierigen konjunkturellen Lage steigt die Beschäftigung der Frauen im Alter von 60+ , nicht zuletzt aufgrund der Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters bei Frauen. So sind 93% der berufstätigen über 60-jährigen Frauen in Beschäftigung, nur 7% sind arbeitslos.

„Die Unternehmen sehen zunehmend, dass erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht werden. Weitere Belastungen der Betriebe – wie etwa Quoten für die Beschäftigung Älterer oder ein Bonus-Malus-System – wären in der jetzigen Situation genau der falsche Weg. Statt höherer Lohnnebenkosten braucht es Entlastungen der Betriebe, damit sie zusätzliche Beschäftigte aufnehmen können und die Forcierung der erfolgreichen Eingliederungsbeihilfe, die gerade bei Menschen 55+ noch viel zu wenig eingesetzt wird“, sagt der WKÖ-Experte. (PWK008/DFS)

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