
Familienbetrieb Wirtschaftskammer Wien? UNOS kritisieren Causa Ruck rund um Postenbesetzungen
UNOS Bundessprecher Bernhard: „Schon wieder ein Einzelfall – oder ein Systemproblem?“
Neue Berichte über berufliche Funktionen von Angehörigen des Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck sorgen für Irritationen. Dass seine beiden Söhne sowie seine Lebensgefährtin Positionen in der Sozialversicherung, der ÖVP und innerhalb der Wirtschaftskammer übernommen haben, wirft aus Sicht von UNOS – Unternehmerisches Österreich erneut Fragen nach Transparenz, Machtkonzentration und politischer Kultur in der Wirtschaftskammer auf.
„Es geht nicht um einzelne Personen oder deren Qualifikation. Aber wenn sich der Eindruck verfestigt, dass sich Funktionen, Einfluss und Karrieren im privaten Umfeld des Präsidenten der WKW konzentrieren, dann ist das Gift für das Vertrauen der Mitglieder“, betont UNOS Bundessprecher Michael Bernhard. „Nach all den jüngsten Causen wirkt auch dieser Fall wie der nächste angebliche Einzelfall, tatsächlich zeigt sich aber ein strukturelles Problem.“
Mit diesem Vorgehen schürt nun Ruck selbst eine Frage, die der Wirtschaftsbund nicht gerne gestellt bekommt: Wie kann man bei so einem Vorgehen in der Kammer die Pflichtmitgliedschaft rechtfertigen? „Die Wirtschaftskammer ist kein Familienbetrieb. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Interessenvertretung mit besonderer Verantwortung gegenüber hunderttausenden Mitgliedern“, so Bernhard.
UNOS sehen die aktuelle Diskussion als weiteren Beleg dafür, dass es tiefgreifende Reformen braucht. „Postenbesetzungen müssen nachvollziehbar, transparent und frei von jedem Anschein von Nähe oder Begünstigung erfolgen. Genau daran fehlt es seit Jahren – und jede neue Causa verstärkt den Vertrauensverlust“, kritisiert Bernhard. „Spätestens nach dem PR-Desaster rund um Gehälter und Funktionsbezüge im vergangenen Herbst zeigt sich, wie dringend die Wirtschaftskammer klare Regeln, echte Transparenz und wirksame Kontrolle braucht.“
UNOS erneuern daher ihre Forderung nach einer umfassenden Reform der Wirtschaftskammer, die Machtkonzentration abbaut, klare Compliance-Regeln etabliert und das Vertrauen der Unternehmerinnen und Unternehmer wieder in den Mittelpunkt stellt. „Die Kammer muss endlich zeigen, dass sie aus den letzten Monaten gelernt hat und dass Glaubwürdigkeit wichtiger ist als parteipolitische Netzwerke“, so Bernhard abschließend.
UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.
UNOS – Unternehmerisches Österreich
Mag. Lena Nagl
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