
FCIO zum Start der Critical Chemicals Alliance: Chemische Industrie ist Rückgrat der Wertschöpfung
EU-Schwerpunktsetzung muss auch in der nationalen Industriestrategie Eingang finden
Mit der heutigen Auftakt-Generalversammlung der Critical Chemicals Alliance – einer Initiative aus hochrangigen Vertretern der EU-Mitgliedstaaten, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft – unterstreicht die Europäische Kommission die strategische Bedeutung einer leistungsfähigen chemischen Industrie für Europas Wirtschaft und Versorgungssicherheit. Denn die Chemie liefert unverzichtbare Vorprodukte für rund 96 % aller in der EU hergestellten Waren und bildet damit das Fundament sämtlicher industriellen Wertschöpfungsketten – von der Gesundheitsversorgung über Energie- und Mobilitätslösungen bis hin zu Digitalisierung und systemrelevanten Anwendungen.
Für den in der Allianz vertretenen Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) ist der Zusammenschluss eine positive, wenn auch verspätete Reaktion auf die disruptiven globalen Entwicklungen der letzten Jahre. Eine ähnliche Schwerpunktsetzung fordert der FCIO nun auch von der österreichischen Politik ein. Gerade die österreichische Industriestrategie darf nicht abgekoppelt von EU-Vorhaben sein und muss die chemische Industrie konsequenterweise als systemrelevante Schlüsselbranche entsprechend berücksichtigen.
Denn die Branche steht unter erheblichem Druck: Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie zunehmende bürokratische Aufwendungen gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit, gleichzeitig drängen vor allem chinesische Produzenten mit massiven Überkapazitäten auf den EU-Markt. „Die Critical Chemicals Alliance kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt“, betont Ulrich Wieltsch, Obmann des FCIO. „Wenn Europa seine industrielle Basis sichern und strategische Abhängigkeiten reduzieren will, braucht es eine starke chemische Industrie. Ohne Chemie gibt es keine Resilienz, keine Transformation und keine Versorgungssicherheit.“
Zentrale Aufgabe der Allianz ist es, all jene chemischen Ausgangsstoffe zu identifizieren, die für den Erhalt zentraler Lieferketten notwendig sind und darauf aufbauend gezielte Maßnahmen zur Absicherung der Produktion in der EU zu setzen. Viele chemische Vorprodukte sind für zahlreiche Schlüsselbranchen gleichzeitig unverzichtbar, weshalb Produktionsausfälle oder Standortverluste weitreichende Folgen für die Wirtschaft und Gesellschaft hätten.
Gleichzeitig braucht es aus Sicht der chemischen Industrie auch weitere rasch wirksame Maßnahmen, um den Standort Europa wieder konkurrenzfähig zu machen. Dazu zählen insbesondere niedrigere Energiepreise, ein verlässlicher rechtlicher Rahmen zur CO₂-Bepreisung, die Stärkung von Investitionen in Zukunftstechnologien zur nachhaltigen Transformation der Industrie sowie eine konsequente Entbürokratisierung. „Europa steht industriepolitisch unter hohem Handlungsdruck“, fasst Wieltsch zusammen. „Der strategischen Bedeutung der chemischen Industrie wird auf EU-Ebene zunehmend Rechnung getragen. Wir erwarten uns, dass auch die österreichische Industriestrategie entsprechende Impulse setzen wird, denn ohne unsere Branche würde keine einzige industrielle Wertschöpfungskette funktionieren.“
ÜBER DEN FCIO
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in unterschiedlichen Sektoren z.B. Pharmazeutika, Kunststoffe und Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her. www.fcio.at
FCIO – Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Johanna Reber, MA
Telefon: 05909003372
E-Mail: reber@fcio.at
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