
KV Nahrungs- und Genussmittelindustrie: Betriebsversammlungen vor vierter Verhandlungsrunde
Gewerkschaft GPA fordert verbessertes Angebot
In drei Verhandlungsrunde für die Angestellten der Nahrungs- und Genussmittelindustrie konnte bisher keine Einigung zwischen den Arbeitgeber und der Gewerkschaft GPA erzielt werden. Das Angebot der Arbeitgeber liegt aktuell bei nur 1,8% – und damit deutlich unter der relevanten Inflationsrate von 3,2%. Vor der vierten Verhandlungsrunde am 16. Jänner werden die Beschäftigten deshalb in österreichweiten Betriebsversammlungen über den aktuellen Verhandlungsstand informiert und die weitere Vorgehensweise besprochen.
„Die wirtschaftliche Ausgangssituation ist für beide Seiten schwierig. Doch das aktuelle Angebot der Arbeitgeber geht weit über jedes Maß hinaus. Es entspricht weder der wirtschaftlichen Lage noch ist es sozialpartnerschaftlich vertretbar“, so Bernhard Hirnschrodt, zuständiger Wirtschaftsbereichssekretär der Gewerkschaft GPA. Denn während die hohen Energie- und Rohstoffpreise weiterhin eine Belastung darstellen, sind auch die Beschäftigten selbst tagtäglich von der anhaltenden Teuerung betroffen.
Das Verhandlungsteam der Gewerkschaft GPA hat das schwierige Marktumfeld, insbesondere die zunehmende Marktkonzentration im Handel, ausdrücklich berücksichtigt: „Wir waren bereit den Arbeitgebern entgegenzukommen, um einen Kompromiss zu ermöglichen, der in einer schwierigen Ausgangssituation Planbarkeit für beide Seiten liefert“, betont Hirnschrodt. „Doch den Arbeitgebern scheint es wichtiger zu sein, um jeden Preis von den Krisenabschlüssen anderer Branchen zu profitieren“. Immerhin sei die wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Perioden trotzdem weit positiver verlaufen als in anderen Industriezweigen. „Viele Unternehmen bilanzieren positiv, etwa im Bereich der Süßwaren- und Tiefkühlindustrie. Selbst im Getränkebereich, wo das Pfand-System vorübergehend auf die Umsätze wirkte, werden weiterhin schwarze Zahlen geschrieben. Dass nun versucht wird pauschal von den Krisenabschlüssen anderer Branchen zu profitieren, statt einen differenzierten Abschluss zu ermöglichen, der den tatsächlichen Rahmenbedingungen der Branche entspricht ist für uns inakzeptabel“, so Hirnschrodt weiter.
Bis 15. Jänner 2026 informieren die Betriebsrät:innen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie deshalb in österreichweiten Betriebsversammlungen über den Verhandlungsstand und stimmen die weitere Vorgangsweise mit den Beschäftigten ab. „Wir bleiben gesprächsbereit, doch jetzt liegt es an den Arbeitgebern, zu einem realistischen, respektvollen Angebot zurückzukehren“, betont der Gewerkschafter abschließend.
Gewerkschaft GPA – Öffentlichkeitsarbeit
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