Europa-Logistik: Ein Gründer erzählt, warum sie kompliziert ist (FOTO)

Der europäische Logistikmarkt gilt als hochintegriert, doch in der Praxis ist er ein Mosaik aus lokalen Besonderheiten. „Jeder Markt hat seine eigenen Spielregeln“, meint auch Timm Trede, Gründer des Hamburger Logistik-Spezialisten ZIPMEND. Eine Erkenntnis, die aus eigener Expansionserfahrung stammt.

Kurze Distanzen treffen auf viele Grenzen, unterschiedliche Regulierungen und historisch gewachsene Märkte. Mautsysteme, Feiertage, Sprachen, kulturelle Eigenheiten und administrative Anforderungen wechseln oft schon nach wenigen hundert Kilometern.

Diese Realität hat zipmend bei der eigenen Internationalisierung früh eingeholt. In den Niederlanden wurden digitale Prozesse schnell akzeptiert, in Frankreich hingegen bevorzugen viele Kunden bis heute den telefonischen Kontakt. In der Schweiz binden Zollformalitäten dauerhaft Zeit und Ressourcen. Mit jeder eigenen Umsatzsteuer-ID in einem neuen Land wächst die Komplexität in der Buchhaltung.

„Expansion ist eben nicht nur eine Frage von Marketing und Software“, fasst Trede zusammen.

Der Markt für europäische Transporte ist vielfältig:

* VERMITTLUNGSPORTALE (Pamyra, JUMiNGO, Simplelogistik): Diese Plattformen fungieren als Aggregatoren. Sie bieten Preisvergleiche und vermitteln Frachten an verschiedene Subunternehmer.
* STÜCKGUT-EXPERTEN (Cargoboard): Spezialisiert auf palettierte Ware im klassischen Sammelgutnetz.
* INTEGRATOREN (DHL Express, FedEx): Paketversand in festen Liniennetzen, aber oft unflexibel bei Sondermaßen oder extremen Zeitvorgaben außerhalb der Standard-Hubs.
* EXPRESS-SPEZIALISTEN (ZIPMEND): Fokus auf DIREKTTRANSPORTE ohne Umschlag. Abholungen erfolgen europaweit in 60 bis 120 Minuten. Ideal für zeitkritische, hochpreisige Ware oder Dinge, die zeitpunktgenau zugestellt werden sollen.

Die gelungene Expansion von zipmend zeigt: Wachstum im europäischen Logistikmarkt erfordert ein klares Verständnis für die eigenen Stärken und Grenzen. In einem Umfeld aus fragmentierten Strukturen und hoher operativer Komplexität entscheiden nicht allein digitale Schnittstellen oder Reichweite, sondern die Fähigkeit, Prozesse verlässlich an lokale Realitäten anzupassen.

Timm Trede
press@zipmend.com

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