
MwSt-Senkung: Verein für Proteinvielfalt fordert Angleichung der MwSt für pflanzliche Milchalternativen auf 5%
VERENA WIEDERKEHR: „PFLANZLICHE MILCHALTERNATIVEN SIND FÜR MILLIONEN MENSCHEN IN ÖSTERREICH ESSENZIELLE GRUNDNAHRUNGSMITTEL. EINE ANGLEICHUNG BIETET GROSSE CHANCEN FÜR LANDWIRTSCHAFT, VERBRAUCHER:INNEN UND UMWELT.“
Die Bundesregierung hat am Mittwoch beschlossen, die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel, darunter Milch, ab 1. Juli 2026 von 10 % auf knapp unter 5 % zu senken. Der Verein für Proteinvielfalt in Österreich begrüßt diese Entlastung ausdrücklich, da sie den Alltag vieler Haushalte spürbar vergünstigen kann. Gleichzeitig warnt der Verein eindringlich: Ohne gleichzeitige Angleichung des Steuersatzes für pflanzliche Milchalternativen (aktuell 20 %) würde die bestehende steuerliche Diskriminierung gegenüber tierischer Milch noch weiter verschärft, mit negativen Folgen für soziale Gerechtigkeit, Klima, Tierwohl und Gesundheit.
OHNE MWST-ANGLEICHUNG DROHT VERSCHÄRFUNG DER STEUERLICHEN UNGLEICHBEHANDLUNG
Aktuell zahlen österreichische Konsument:innen für Hafer-, Soja- oder Mandeldrinks 20 % Mehrwertsteuer und somit doppelt so viel wie für Kuhmilch (10 %). Ohne Angleichung der Steuersätze würde sich der Abstand ab Juli 2026 sogar auf 15 Prozentpunkte vergrößern (20 % vs. 5 %). Dies wäre für Verbraucher:innen ein inakzeptables Szenario. Laut RollAMA-Analyse (1. Halbjahr 2025) kaufen rund die Hälfte der Haushalte in Österreich regelmäßig pflanzliche Alternativen.
„Pflanzliche Milchalternativen erfüllen denselben Verwendungszweck wie tierische Milch und sind für Millionen Menschen essenzielle Grundnahrungsmittel. Die geplante MwSt-Senkung auf Grundnahrungsmittel darf diese großen Bevölkerungsgruppen nicht ausschließen“, erklärt VERENA WIEDERKEHR, Vorstandsmitglied des Vereins für Proteinvielfalt in Österreich.
„Die geplante MwSt-Senkung ist eine historische Chance, die jahrelange steuerliche Ungleichbehandlung pflanzlicher Milchalternativen endlich zu beenden. Ohne gleichzeitige Angleichung des Steuersatzes auf pflanzliche Milchalternativen würde die bestehende steuerliche Ungleichbehandlung dramatisch verschärft“, warnt Wiederkehr.
RUND 1,5 MILLIONEN ÖSTERREICHER:INNEN SIND LAKTOSEINTOLERANT, HUNDERTTAUSENDE LEBEN VEGAN ODER PFLANZENBASIERT.
„Millionen Menschen in Österreich greifen täglich zu pflanzlichen Milchalternativen, sei es aus gesundheitlichen Gründen, wie Laktoseintoleranz, wegen des Tierwohls oder einfach, weil sie gut schmecken. Es ist nur konsequent, dass die geplante Entlastung bei Grundnahrungsmitteln alle gängigen Varianten einschließt“, so Wiederkehr.
„Eine steuerliche Angleichung wäre ein einfacher, unbürokratischer Schritt innerhalb der laufenden Gesetzgebungsarbeiten. Sie würde Millionen Menschen in Österreich bei Grundnahrungsmitteln mehr Wahlfreiheit bieten, regionale Wertschöpfung fördern und das Ziel einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährung in Österreich fördern“, betont Wiederkehr.
DIE ZENTRALEN FORDERUNGEN DES VEREINS FÜR PROTEINVIELFALT IN ÖSTERREICH:
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ANGLEICHUNG DES MWST-SATZES: Pflanzliche Milchalternativen sollten ab 1. Juli 2026 ebenfalls mit nur noch knapp unter 5 % besteuert werden.
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ENDE DER SACHLICH UNGERECHTFERTIGTEN DISKRIMINIERUNG: Pflanzliche Milchalternativen erfüllen denselben Verwendungszweck wie tierische Milch (z.B. Müsli, Kaffee, Kochen) und sind für Millionen Menschen essenzielle Grundnahrungsmittel.
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SOZIALE & GESUNDHEITLICHE GERECHTIGKEIT: Rund 1,5 Millionen Österreicher:innen sind laktoseintolerant, Hunderttausende ernähren sich rein pflanzlich oder integrieren bewusst immer mehr pflanzenbasierte Lebensmittel in ihren Speiseplan.
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KONSEQUENTE AUSRICHTUNG AN KLIMAZIELEN: Pflanzliche Alternativen verursachen deutlich geringere CO₂-Emissionen als tierische Milch und benötigen bis zu zwölfmal weniger Land sowie deutlich weniger Wasser.
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STÄRKUNG REGIONALER WERTSCHÖPFUNG: Heimischer Bio-Hafer und gentechnikfreies Soja aus Österreich würden von fairer Besteuerung profitieren, Arbeitsplätze schaffen und den ländlichen Raum nachhaltig stärken.
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EU-VERGLEICH: Zahlreiche europäische Länder, wie Frankreich, Belgien, Finnland, Irland, Portugal und Großbritannien wenden bereits heute auf Milchalternativen und Kuhmilch denselben Mehrwertsteuersatz an. Österreich darf hier nicht zurückfallen.
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GLEICHBEHANDLUNG IM MWST-SYSTEM: Analog zur Milch sollte das Prinzip der steuerlichen Gleichbehandlung auch für alle pflanzlichen Alternativen gelten, um Konsument:innen faire, diskriminierungsfreie Wahlmöglichkeiten zu gewährleisten.
APPELL AN DIE BUNDESREGIERUNG:
„Die geplante MwSt-Anpassung ist eine historische Chance, die seit Jahren überfällige steuerliche Gleichstellung pflanzlicher Milchalternativen zu verwirklichen. Wir appellieren an die Bundesregierung, diese Gelegenheit nicht verstreichen zu lassen“, so Verena Wiederkehr.
Verein für Proteinvielfalt in Österreich
E-Mail: dialog@proteinvielfalt.at
Website: www.proteinvielfalt.at
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