Ordensspitäler Oberösterreich: ÖGB erteilt Streikfreigabe

Ganztägiger Streik Gewerkschaft vida fordert Arbeitgeber auf, Notdienstvereinbarung zu treffen, statt Beschäftigte einzuschüchtern

Nachdem sich die Beschäftigten für einen Streik in den Ordensspitälern Oberösterreich ausgesprochen haben, hat nun der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) seine Freigabe erteilt. Der Streik findet am Donnerstag, 22. Jänner 2026, ganztägig statt. Betroffen sind die Ordenskrankenhäuser in Oberösterreich.

„Der Streik ist ein notwendiger Schritt, weil uns die Arbeitgeber sonst offenbar nicht hören“, sagt Martina Reischenböck, Verhandlerin der Gewerkschaft vida. In vier Kollektivvertragsverhandlungen gab es bislang kein Angebot, das den Beschäftigten Einkommen über der Inflation gesichert oder spürbare Entlastung durch kürzere Arbeitszeiten gebracht hätte. „Gleichzeitig ist für uns völlig klar: Das Wohl der Patient:innen hat auch im Streikfall oberste Priorität.“

Zusammenarbeit bei Notdienstvereinbarung gefordert

Um einen geordneten Ablauf des Streiks und ein strukturiertes Herunterfahren des Betriebs zu gewährleisten, hat die Gewerkschaft vida die Arbeitgeber bereits frühzeitig aufgefordert, in Absprache mit den Belegschaften umgehend Notdienstvereinbarungen zu treffen. Diese werden für jedes Krankenhaus individuell abgeschlossen. „Es ist unser ausdrückliches Anliegen, dass Leib und Leben der Patient:innen zu keinem Zeitpunkt gefährdet sind. Die Notdienstvereinbarungen stellen sicher, dass stationäre Patient:innen weiterhin versorgt und Notfälle jederzeit behandelt werden können“, so Reischenböck.

Die Gewerkschaft vida fordert die Arbeitgeber auf, rechtzeitig mit den Beschäftigten in allen Berufsgruppen über die notwendigen Notdienstregelungen zu beraten. Diese betreffen nicht nur medizinische Bereiche, sondern auch nicht-medizinische Berufsgruppen wie Reinigung, Küche, Technik und Verwaltung.

Für gute Versorgung – Bitte um Verständnis der Patient:innen

Im Zuge des Notbetriebs sind zeitgerechte Umplanungen sowie Absagen von Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffen notwendig. Es liegt in der Verantwortung der Krankenhausleitungen, Patient:innen und Angehörige darüber rechtzeitig und transparent zu informieren.

Die Gewerkschaft vida richtet sich mit der Bitte um Verständnis an Patient:innen und ihre Angehörigen. „Die Beschäftigten streiken nicht gegen Patient:innen, sondern für bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne – damit eine gute, sichere Versorgung auch langfristig gewährleistet bleibt“, heißt es von Gewerkschaftsseite. Solidarität mit den Beschäftigten ist damit auch ein Beitrag zur Absicherung des Gesundheitssystems insgesamt.

Streik ist ein Grundrecht

Im Zuge der Vorbereitungen auf nächsten Donnerstag greifen die Arbeitgeber in den Ordensspitälern teils auch zu fragwürdigen Mitteln – und schüren damit Unsicherheit in den Belegschaften. Gewerkschafterin Reischenböck kann sie aber beruhigen: „Streiken ist in Österreich erlaubt und ein geschütztes Grundrecht“.

Gewerkschaft vida
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145 756
E-Mail: cornelia.groiss@vida.at

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