Postenschacher, Intransparenz, Schweigen: Wo bleibt die versprochene Erneuerung der WKO?

#zusammenstaerker fordert Antworten nach Enthüllungen über WK-Wien Präsidenten – Interne Hinweise bestätigen strukturelle Probleme –Schweigen der WKO verschärft Vertrauenskrise

NACH AKTUELLEN MEDIENRECHERCHEN ZU MUTMASSLICHEM POSTENSCHACHER RUND UM ANGEHÖRIGE DES WIENER WIRTSCHAFTSKAMMERPRÄSIDENTEN WALTER RUCK ÜBT DIE INITIATIVE #ZUSAMMENSTAERKER SCHARFE KRITIK AN DER WKO UND WKW. WÄHREND ÖSTERREICHS BETRIEBE UNTER STEIGENDEN KOSTEN, BÜROKRATIE UND ABGABENLAST LEIDEN, BLEIBT DIE ANGEKÜNDIGTE ERNEUERUNG DER WIRTSCHAFTSKAMMER BISLANG AUS. STATT STRUKTURELLE REFORMEN ANZUGEHEN, VERSTRICKT SICH DIE INTERESSENSVERTRETUNG WEITERHIN IN INTERNE MACHT- UND PERSONALFRAGEN.

TRANSPARENZ BLEIBT AUSNAHME

#zusammenstaerker weist seit Monaten auf Defizite in der internen Transparenz der WKO hin. Neue Hinweise namhafter Funktionär:innen der WKO Wien bestätigen nun diese Kritik: Selbst bei zentralen Budgetfragen sei es nicht möglich, nachvollziehbare Informationen zu erhalten. Dabei ist die Rede von intransparenten Geldflüssen, fehlender Rechenschaft und systematischer Ungleichbehandlung von Fachgruppen.

„Wenn selbst interne Funktionär:innen keine klaren Antworten auf einfache Budgetfragen bekommen, dann ist das kein Kommunikationsproblem mehr, sondern ein massives Führungsversagen“, so der Initiator von #zusammenstaerker Stephan Zöchling.

DIE KAMMER DER WIRTSCHAFT ODER DER VERWANDTSCHAFT?

Die neuen internen Hinweise reihen sich für Zöchling nahtlos in ein Bild ein, das aktuelle Medienrecherchen über die Wiener WKO zeichnen. In den Enthüllungen geht es um die Beförderung von Familienangehörigen des Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten, Walter Ruck, in wichtige Funktionen – darunter Sozialversicherungs-Ausschüsse, Innungen und politische Gremien – sowie die Vergabe eines WKO-Sonderpreises an Rucks Ehefrau.

„Postenschacher und intransparente Geldflüsse sind keine getrennten Skandale, sondern Symptome desselben Systems. Wer Unternehmen zu Pflichtbeiträgen zwingt, muss jeden Euro transparent verantworten. Das Geld der Unternehmer:innen ist kein Topf, aus dem sich Funktionär:innen nach Lust und Laune bedienen können“, sagt Zöchling.

Für eine Pflichtmitgliedschaftsorganisation, die sich aus Zwangsbeiträgen aller Unternehmen finanziert, ist dieses Vorgehen aus Sicht von #zusammenstaerker nicht länger akzeptabel.

AUFRÄUMEN STATT AUSSITZEN

Initiator Stephan Zöchling fordert deshalb endlich echte Reformen statt Scheinaktionismus. Mit dem Amtsantritt der neuen Präsidentin Martha Schultz wurde ein Neuanfang in Aussicht gestellt. Bislang bleibt jedoch offen, worin dieser konkret bestehen soll. Weder werden bestehende Machtstrukturen hinterfragt noch Konsequenzen aus vergangenen Fehlentwicklungen gezogen. So verfügt die WKO weiterhin über 43 Vizepräsident:innen; auch wurden die umstrittenen Gehaltserhöhungen in Tirol und Oberösterreich bislang nicht korrigiert.

„Eine neue Präsidentin ist kein Neuanfang, solange dieselben Netzwerke im Hintergrund weiter die Fäden ziehen. Wer Reformen ankündigt und sie dann aussitzt, betreibt Augenauswischerei“, so Zöchling. Bereits im November hatte #zusammenstaerker klare Reformschritte eingefordert. Passiert ist seitdem nichts.

PFLICHTMITGLIEDSCHAFT VERPFLICHTET ZU RECHENSCHAFT

Daher fordert die Initiative

* die umgehende Umsetzung der angekündigten Reformen,
* klare und transparente Regeln zur Vermeidung von Interessenskonflikten,
* sowie eine öffentliche Aufarbeitung der aktuellen Personal- und Finanzvorwürfe.

„Solange Fragen unbeantwortet bleiben, leidet nicht nur die Glaubwürdigkeit der Kammer, sondern auch die Akzeptanz der Pflichtmitgliedschaft insgesamt“, so Zöchling. „Die Unternehmen haben ein Recht zu wissen, was mit ihrem Geld passiert, und wer davon profitiert.“

Initiative zusammenstaerker
E-Mail: wir@zusammenstaerker.at

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