Czernohorszky: Fünf Jahre Wiener Sonnenstrom-Offensive: Wien übertrifft PV-Ziele deutlich und setzt Kurs auf 800 MWp bis 2030

Fünf Jahre nach dem Start der Wiener Sonnenstrom-Offensive zog Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky in der Fragestunde in der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinderats eine beeindruckende Bilanz: Die Photovoltaik-Leistung wurde in diesem Zeitraum von 50 MWp auf knapp 325 MWp mehr als versechsfacht – und damit auch das Ziel für 2025 deutlich übertroffen. Ursprünglich waren bis Jahresende 250 MWp vorgesehen; erreicht wurden nun 75 MWp mehr als geplant. Insgesamt können damit über 92.600 Wiener Haushalte mit sauberem Sonnenstrom versorgt werden.

„Die ersten fünf Jahre der Offensive haben eine neue Dynamik im städtischen PV-Ausbau geschaffen und zeigen, wie rasch Fortschritt möglich ist, wenn Maßnahmen treffsicher gesetzt werden.“, sagt Czernohorszky während der Gemeinderats-Fragestunde.

REKORDZAHLEN BEI NEUEN ANLAGEN UND FÖRDERUNGEN

Seit 2020 wurden in Wien über 14.700 neue PV-Anlagen errichtet – von Gemeindebauten über Schulen und Betriebe bis hin zu privaten Wohnhäusern. Die im Jahr 2024 gestartete PV-Förderoffensive erwies sich dabei als besonders wirkungsstark.

Allein im Jahr 2025 wurden über 4.600 Förderfälle mit einer Gesamtleistung von 70 MWp genehmigt – ein neuer Höchstwert. Insgesamt hat die Stadt Wien im Zeitraum 2021 – 2025 knapp 40 Mio. Euro an Fördergeldern vergeben. Damit wurden Investitionen von rund 214 Millionen Euro ausgelöst, denn: „Jeder Euro Förderung erzeugt mehr als das Fünffache an Investitionen – ein massiver Impuls für die heimische Wirtschaft“, so Czernohorszky.

Insgesamt gab es seit 2021 über 10.400 Förderfälle mit einer geförderten Leistung von 162 MWp. Bemerkenswert dabei ist, dass 85 Prozent der Anträge von Privathaushalten kamen, doch 71 Prozent der realisierten Leistung entfiel auf betriebliche Anlagen.

Der starke Ausbau zeigt unmittelbar Wirkung im Klimaschutz: Ende Dezember 2025 waren in Wien rund 17.600 PV-Anlagen mit 325 MWp am Netz. Dadurch werden jährlich rund 73.700 Tonnen CO₂ eingespart – vergleichbar mit dem Fußabdruck einer Kleinstadt mit ca. 8.500 Einwohner*innen oder dem Effekt von Millionen Flugreisen oder Autokilometern.

Ein Beispiel dazu:

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Einsparung von 480 Millionen Kilometer mit einem durchschnittlichen Benzinauto (Annahme 150g CO₂/km)

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Das entspricht etwa 12.000 Erdumrundungen

VEREINFACHTE GENEHMIGUNGEN UND MEHR SERVICE FÜR WIENERINNEN UND WIENER

Die Offensive war nicht nur finanzpolitisch erfolgreich, sondern auch strukturell:

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Genehmigungen wurden stark vereinfacht: PV-Anlagen bis 15 kW sind heute weitgehend genehmigungsfrei.

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Die Klima- und Innovationsagentur Wien (UIV) wurde als zentrale Beratungsstelle für alle Fragen rund um Photovoltaik und erneuerbare Energieanlagen geschaffen.

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Mit dem Solarpotenzialkataster und dem Online-PV-Dashboard stehen seit 2022 zwei digitale Werkzeuge zur Verfügung, die Transparenz schaffen und die Planung erleichtern.

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Ein Netzwerk aus mittlerweile rund 90 Solarpartnern unterstützt die Umsetzung.

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Mittlerweile sind insgesamt 422 PV-Anlagen auf stadteigenen Flächen installiert – mit einer Leistung von 61 MWp.

NÄCHSTER SCHRITT: 800 MWP BIS 2030

Das neue Regierungsprogramm 2025 bestätigt das ambitionierte Ziel, bis 2030 800 MWp Sonnenstrom in Wien zu erreichen. Dafür wird 2026 ein umfassender strategischer PV-Ausbauplan erarbeitet. Dieser soll praxisnahe Potenziale auf Gebäuden, Infrastrukturflächen sowie versiegelten und unversiegelten Freiflächen aufzeigen – unter Einbeziehung von Netzkapazitäten und naturschutzfachlichen Kriterien.

Aktuell arbeitet die Stadt auch an einem neuen PV-Förderpaket, das voraussichtlich im Frühjahr starten wird. Der Fokus soll dabei auf dem Mehrgeschoßwohnbau, versiegelten Freiflächen sowie urbanen PV-Lösungen liegen.

„Photovoltaik ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Die Rahmenbedingungen sind anspruchsvoll, aber wir haben in den letzten fünf Jahren gezeigt, dass ‚unmöglich‘ nur ein Wort ist.“, sagt Czernohorszky. „Darum bin ich sicher: Auch die 800 MWp werden wir erreichen.“

KOSTEN, NUTZEN UND VERANTWORTUNG

Der Ausbau erneuerbarer Energien dreht sich häufig um Fragen zu den Kosten für Netzinfrastruktur und Versorgungssicherheit. Eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens _enervis_ zeigt jedoch klar: Erneuerbare Energien wirken langfristig preisdämpfend auf den Strommarkt. Ohne Photovoltaik, Windkraft und Kleinwasserkraft wären die österreichischen Strompreise im Zeitraum 2021–2024 um durchschnittlich 6 Prozent höher gewesen. Für das Jahr 2030 prognostiziert die Studie bei Ausbleiben des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energien sogar einen Preisaufschlag von rund 20 Prozent.
Auch die Frage nach Kosten für den notwendigen Netzausbau wird häufig gestellt:

Pedram Seidi
Mediensprecher StR Jürgen Czernohorszky
Telefon: +43 676 8118 65291
E-Mail: pedram.seidi@wien.gv.at

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