Pflege braucht Nähe: Gemeinden sind starke Partner für ein gutes Leben im Alter

Gemeindebund-Umfrage zeigt Prioritäten: Kurzzeitpflege, alternative Wohnformen & klare Koordination im Pflegesystem – Pflege-Dialog am 22. Jänner (Hybrid)

Österreich wird älter. Damit wächst die Aufgabe, ein gutes Leben im Alter so zu organisieren, dass Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können: selbstbestimmt, sicher und eingebunden. Die Gemeinden sind dabei ein zentraler Partner – als erste Anlaufstelle, als Koordinatoren im Alltag und als Ort, an dem Unterstützung sichtbar und erreichbar wird. Der Österreichische Gemeindebund hat dazu ein aktuelles Lagebild erhoben: 249 Rückmeldungen aus Gemeinden (16. Dezember 2025 bis 16. Jänner 2026) zeigen ein klares Stimmungsbild und benennen jene Stellschrauben, die in der Praxis am meisten bewirken.

„Pflege ist für Gemeinden kein Randthema. Sie entscheidet über Lebensqualität, Teilhabe und darüber, ob Menschen in ihrer vertrauten Umgebung, in ihrer Heimat, bleiben können. Wir sind nahe bei den Menschen – deshalb wissen wir, was sie brauchen und wo Unterstützung im Alltag ankommen muss. Wir müssen uns fit machen für das, was auf uns zukommt. Die Umfrage zeigt ein klares Stimmungsbild und liefert eine solide Grundlage, um die kommunale Pflegestrategie jetzt gemeinsam weiterzuentwickeln“, betont GEMEINDEBUND-PRÄSIDENT HANNES PRESSL.

WAS GEMEINDEN ALS ENTSCHEIDEND SEHEN

Die Gemeinden reihen als wichtigste Faktoren für ein gutes Leben im Alter: medizinisch/pflegerische Versorgung an erster Stelle, gefolgt von sozialer Teilhabe, barrierefreien Wohn- und Lebensräumen, Unterstützung für Angehörige sowie Mobilität und Erreichbarkeit. Viele Rückmeldungen verweisen zudem auf bereits vorhandene Strukturen: Genannt werden u. a. mobile Pflege- und Betreuungsdienste (88,7 %), Gemeinschafts-/Freizeitangebote (87,1 %) und Alltagsunterstützung wie Essen auf Rädern (84,7 %).

ÜBERGÄNGE UND PASSENDE STRUKTUREN

Die größten Lücken sehen die Umfrage-Teilnehmer dort, wo Übergänge zu einem unterstützten Leben im Alter organisiert und abgesichert werden müssen: 69,0 % nennen fehlende Kurzzeit-/Übergangspflege, 56,9 % fehlende alternative Wohnformen. Auch Mobilitätsangebote sind vielerorts noch nicht ausreichend verankert.

WO JEDER EURO AM MEISTEN WIRKUNG ERZIELT

Aus den Rückmeldungen lässt sich auch ableiten, wo Investitionen besonders schnell spürbar werden: Kurzzeit- und Tagespflege wirken als notwendiger Systempuffer, der Angehörige entlastet und Pflege zu Hause stabil hält. Wohnformen und Barrierefreiheit oder auch Tagesbetreuungsstätten sind praktische Pflegeprävention, weil sie den abrupten „Sturz in den Pflegebedarf“ verhindern. Mobilität ist der Zugangsschlüssel – ohne Rufbus oder Seniorentaxi bleiben Angebote zu oft am Papier. Dazu braucht es Orientierung im Pflegesystem: eine Ansprechstelle, die Betroffene und Angehörige durch eine nachvollziehbare „Pflege-Kaskade“ führt – von Information und Beratung bis zur passenden Leistung. Und klar ist auch: Ohne Planbarkeit in Finanzierung und Förderung lassen sich erfolgreiche Modelle nicht in die Fläche bringen.

NACH DEM PFLEGE-DIALOG AM 22. JÄNNER – KOMMUNALE PFLEGESTRATEGIE BIS MÄRZ

Die Ergebnisse der Umfrage fließen in die Diskussion der TAGUNG ZU VORSORGE UND PFLEGE AM DONNERSTAG, 22. JÄNNER 2026 VON 10-14 UHR ein. Dort kommen Wissenschaft und kommunale Praxis zusammen und diskutieren, was in Gemeinden bereits machbar ist – und was künftig notwendig wird: von Nachbarschaftshilfe und Mobilität im Alter über Community Nursing bis zur Tagesbetreuung, auch in überregionalen Kooperationen. Ziel ist es, aus Beispielen und Erkenntnissen Handlungsanleitungen abzuleiten, die in ein Positionspapier des Gemeindebundes zur kommunalen Pflegestrategie einfließen und im März 2026 dem Bundesvorstand vorgelegt werden soll.

Mehr Infos zu den „Pflege-Gesprächen“ des Gemeindebundes: https://gemeindebund.at/termine/pflege-gesprache-teil-2-am-22-janner-2026/

Österreichischer Gemeindebund
Andreas Steiner, BA MA
Pressesprecher
Mobil: 0664/8238476 Tel.: 01/5121480-18
andreas.steiner@gemeindebund.gv.at
www.gemeindebund.at

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