WK-Mandl: Mercosur-Abkommen ist historischer Auftrag – Blockade im EU-Parlament ist verantwortungslos

WK-Präsident Mandl zeigt sich besorgt über die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das EU-Mercosur-Abkommen erneut juristisch zu prüfen und das Inkrafttreten zu verzögern.

Damit riskiere die EU, einen strategisch und wirtschaftlich herausragenden Vertrag zu gefährden – in einer Zeit, in der Europa Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Stärke braucht, so WK-Präsident Jürgen Mandl. „Nach mehr als zwei Jahrzehnten Verhandlungen steht eines der größten Freihandelsabkommen der Welt vor dem Ausbremsen durch parteipolitische Grabenkämpfe im EU-Parlament“, kritisierte Mandl. „Das ist nicht nur wirtschaftlich kurzsichtig, sondern politisch unverantwortlich. Die Mitgliedstaaten haben dem Abkommen bereits mehrheitlich zugestimmt und damit ein starkes Signal für Offenheit, Zusammenarbeit und wirtschaftliche Zukunft gesetzt.“

„PEINLICHE VERZÖGERUNG“

Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) sieht einen schrittweisen Abbau von Zöllen auf mehr als 90 % aller Handelsgüter vor, öffnet Märkte für europäische Exporte und stärkt den Zugang zu Rohstoffen für Schlüsselindustrien. Zugleich schafft es strukturelle Rahmen für politischen Dialog und Kooperation. Mandl: „Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bedeutet diese Partnerschaft Wachstum, Arbeitsplätze und mehr Zukunftsperspektiven für Betriebe jeder Größe. Eine weitere peinliche Verzögerung durch interne EU-Blockaden bietet vielmehr anderen globalen Akteuren – etwa den USA oder China – die Chance, uns Marktanteile streitig zu machen.“

VORLÄUFIGES INKRAFTTRETEN GEFORDERT

Besonders in Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie oder Chemie – aber auch im Dienstleistungssektor – könnten österreichische und europäische Unternehmen deutliche Zuwächse verzeichnen. Ein vorläufiges Inkrafttreten des Handelsabkommens würde diese positiven Effekte bereits ohne vollständige Ratifizierung frühzeitig nutzbar machen und ein klares Signal an Partner in Südamerika und weltweit senden. Mandl appellierte daher eindringlich an die europäischen Abgeordneten: „Es ist Zeit, Parteipolitik zugunsten von Verantwortung und Weitblick abzulegen. Ein vorläufiges Inkrafttreten ist nicht nur sinnvoll – es ist notwendig für unsere Wettbewerbsfähigkeit, für stabile Arbeitsplätze und für den wirtschaftlichen Zusammenhalt der EU.“ Die EU-Kommission sei daher gefordert, gemeinsam mit dem Rat und dem Parlament alle rechtlich zulässigen Schritte zu unternehmen, um das Abkommen umgehend vorläufig in Kraft zu setzen und damit den wirtschaftlichen und strategischen Vorteil für Europa zu sichern.

Wirtschaftskammer Kärnten | Kommunikation
Telefon: 05 90 90 4 – 660

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender