Gewerkschaft vida: „Haberlanders 4,2-Millionen-Geheimplan“ – vida-Mjka fordert Transparenz zu Pflege-Import in OÖ

Anfrage an die oberösterreichische Landesregierung soll hohe Millionenausgaben von Drittstaatsrekrutierungen ans Licht bringen

Seit Jahren warnt die Gewerkschaft vida davor, den Pflegenotstand durch teure Anwerbungen aus Drittstaaten zu kaschieren, anstatt die Arbeitsbedingungen im Inland zu sanieren. Nun geht der vida-Gesundheitsvorsitzende Gerald Mjka in die Offensive: Eine umfassende Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) soll das „System der organisierten Verantwortungslosigkeit“ der oberösterreichischen Landesregierung entlarven.

„Statt die Probleme an den Wurzeln anzupacken, will das Land Oberösterreich Millionen in Recruiting-Agenturen versenken, um Personal aus Drittstaaten herbeizuschaffen“, kritisiert Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft vida. „Dabei werden nicht nur die heimischen Beschäftigten ignoriert, sondern auch die langfristigen Folgekosten für die Gesellschaft einfach weggeschummelt“. Für den Gewerkschafter besonders interessant ist das Menschenbild der Landesregierung, das hiermit zutage tritt: „Man importiert Menschen aus Drittstaaten als vermeintlich billiges Personal, um sie hierzulande ins Burnout zu jagen. Denn das ist die Folge, wenn sich das System nicht ändert.“ Er ist sich sicher: „Bei guten Arbeitsbedingungen würden genügend Arbeitskräfte freiwillig kommen.“

BEWEISLAST LIEGT BEIM LAND: WO FLIESSEN DIE MILLIONEN HIN?

Hintergrund der Transparenz-Offensive sind Ausschreibungsunterlagen des Landes OÖ (GZ: So-2024-345371/42-Gr), die ein Budget von rund 4,2 Millionen Euro für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte vorsehen. Mjka will nun wissen, wie man genau auf diese Summe kommt. Aus praktischer Erfahrung liegen die Direktkosten für die Anwerbung von Pflegekräften bei rund 20.000 Euro pro Person. Zudem stellt er die Frage, wie viel davon in Form von „Kopfgeldern“ direkt an private Vermittler fließt, während das Land bei der 35-Stunden-Woche für die eigenen Mitarbeiter den Sparstift ansetzt.

DIE FRAGEN, DIE LR HABERLANDER BEANTWORTEN MUSS:

Die IFG-Anfrage zielt mitten in die strategische Wunde der schwarz-blauen Landespolitik:

* FINANZ-CHECK: Warum zahlt das Land hohe Provisionen (inkl. dubioser „Drittelregelungen“), bevor eine einzige Kraft am Krankenbett steht?
* INTEGRATIONS-FRAGE: Warum wird der Familiennachzug zwar beworben, aber kein Cent für die Folgekosten in Schulen und im Wohnbau eingepreist?
* JUGEND-VERRAT: Wie rechtfertigt das Land diese Millionen-Investition im Ausland, während die heimische Jugendarbeitslosigkeit steigt und keine ausreichenden Ausbildungsplätze bereitstehen?

EINLADUNG AN DIE MEDIEN: NEHMEN SIE EINSICHT IN DIE AUSSCHREIBUNGSDOKUMENTE!

Die Gewerkschaft vida stellt Journalisten und Redaktionen die zugrunde liegenden Ausschreibungsdokumente und das „Schwarzbuch RWR-Card“ als Recherchegrundlage zur Verfügung. „Die Fakten liegen auf dem Tisch: Die Landesregierung betreibt eine strategische Emanzipation vom heimischen Arbeitsmarkt, um den Preis für gute Pflege künstlich zu drücken“, so Mjka. „Wir fordern Investitionen in Menschen, nicht in Agenturen.“

Gerald Mjka abschließend: „Frau Landesrätin, beenden Sie das Versteckspiel hinter bürokratischen Ausschreibungen. Sagen Sie der Bevölkerung in Oberösterreich die Wahrheit: Was kostet uns Ihr Import-Modell wirklich – heute und in der Zukunft?“

Gewerkschaft vida
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145 756
E-Mail: cornelia.groiss@vida.at

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