
US-Geldpolitik am Wendepunkt: Neue Fed-Führung und der Euro-Wechselkurs
Neuer Blog-Beitrag der Oesterreichischen Nationalbank
DIE BALDIGE NOMINIERUNG EINES NEUEN VORSITZENDEN DER US-NOTENBANK FEDERAL RESERVE (FED) DURCH US-PRÄSIDENT DONALD TRUMP WIRFT FRAGEN NACH DER UNABHÄNGIGKEIT DER GELDPOLITIK UND DEREN AUSWIRKUNGEN AUF DEN EURO AUF. EIN BLOG-BEITRAG VON CHRISTIAN ALEXANDER BELABED UND PAUL RAMSKOGLER AUS DER OESTERREICHISCHEN NATIONALBANK (OENB) ANALYSIERT DIE POTENZIELLEN KONSEQUENZEN EINER POLITISCH STÄRKER BEEINFLUSSTEN FED-POLITIK.
POLITISCHER DRUCK AUF DIE FED WÄCHST
Die Autoren verweisen auf historische Parallelen: Ähnlich wie Richard Nixon in den 1970er Jahren versucht auch Trump, die Geldpolitik zugunsten seiner wirtschaftspolitischen Ziele zu lenken. Als mögliche Kandidaten für die Fed-Spitze werden Kevin Hassett und Kevin Warsh genannt – beide gelten als Befürworter niedrigerer Zinsen. „Unabhängig davon, wer den Vorsitz übernimmt, steigt aus Sicht der Märkte die Wahrscheinlichkeit einer politisch stärker beeinflussten US-Geldpolitik“, heißt es im Blog-Beitrag.
FOLGEN FÜR DEN EURO-WECHSELKURS
Eine lockere US-Geldpolitik könnte die Zinsdifferenz zwischen den USA und dem Euroraum verringern und damit den Euro aufwerten lassen. „Der Wechselkurs ist ein möglicher Frühindikator für Erwartungen an die künftige Geldpolitik“, so die Autoren. Marktanalysen zeigen bereits eine nachhaltigere Stärkung des Euro, was auf eine Neubewertung der US-Politik hindeutet.
RISIKEN FÜR DIE EXPORTWIRTSCHAFT
Ein stärkerer Euro könnte zwar die Inflation im Euroraum dämpfen, gleichzeitig aber die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte belasten. Die Autoren warnen vor stärkeren Wechselkursschwankungen und betonen: „Der Euro-Wechselkurs wird zunehmend zum Seismografen für Vertrauen in die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks.“
HINTERGRUND
Die OeNB verweist auf die Bedeutung geldpolitischer Unabhängigkeit, um langfristige Preisstabilität zu gewährleisten. Politische Einflussnahme könne zwar kurzfristig Wachstum stützen, führe aber mittel- bis langfristig zu negativen Auswirkungen auf die Inflation und untergrabe die Glaubwürdigkeit der Notenbank – ein Problem, das sich nur schwer wieder beheben lasse.
Oesterreichische Nationalbank
Pressesprecherin
Mag.a Marlies Schroeder, MiM
Telefon: (+43-1) 404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender