
Bundesheer präsentiert „Risikobild 2026 – Ende der Ordnung?“
Erhöhte Verteidigungsbereitschaft als Schlüssel zur Sicherung Österreichs
Am Montag, dem 26. Jänner, präsentierte das Bundesministerium für Landesverteidigung die Publikation „Risikobild 2026 – Ende der Ordnung?“ im Raiffeisen-Forum Wien. Im Rahmen der gleichnamigen Informationsveranstaltung wurde ein umfassender Überblick über das Risikobild Österreichs vorgestellt. Die diesjährige Publikation konzentriert sich auf eine sicherheitspolitische Prognose, die von tiefgreifenden Umbrüchen und der Zunahme systemischer Ungewissheit geprägt ist.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Die Erhöhung der umfassenden Verteidigungsbereitschaft in Österreich ist kein Selbstzweck, sondern eine bewusste Reaktion auf die gewachsenen Bedrohungslagen. Nur eine wehrhafte Demokratie mit einem gut ausgestatteten Bundesheer kann uns, unser Land und unsere Werte schützen.“
Arnold Kammel, Generalsekretär und Leiter der Generaldirektion für Landesverteidigung, ergänzt: „Wir erleben einen Bruch bei internationalen Beziehungen und müssen uns von einer regelbasierten Weltordnung verabschieden. Gerade für Österreich gilt, dass wir gesamtstaatlich unseren Beitrag leisten müssen und Verteidigung umfassend mitdenken. Wir sollten dennoch positiv in die Zukunft schauen – es gibt noch immer genug Länder, die ähnliche Werte teilen und mit denen wir uns zusammenschließen können.“
Generalmajor Ronald Vartok, Leiter der Direktion Verteidigungspolitik und internationale Beziehungen, verdeutlichte in seiner Keynote, dass die alten Gewissheiten unaufhaltsam zusammenbrechen. Tektonische Verschiebungen bedeuten das Ende der unipolaren Weltordnung unter Führung der USA und den Beginn eines neuen, vielmehr konfrontativen, multipolaren Systems. Europa muss seine Verteidigungsfähigkeit drastisch steigern. Generalmajor Vartok stellte die Top-Risiken 2026 vor, die das BMLV identifiziert hat und die Österreichs Handlungsfähigkeit direkt betreffen: unter anderem die Konfrontation zwischen Russland und dem „Westen“, die Instabilität im Umfeld der EU, insbesondere im Nahen Osten, beidseits des Roten Meeres und im Nördlichen Afrika, Migrationsströme und auch das unilaterale Agieren der USA.
Neben militärischen Gefahren stehen zunehmend auch nachrichtendienstliche Aktivitäten, kognitive Kriegsführung und Informationsbeeinflussung im Fokus feindlicher Akteure. Wirtschaftlicher Protektionismus und die De-Industrialisierung Europas setzen besonders exportorientierte Volkswirtschaften wie Österreich unter Druck. Strategische Autonomie sowie eine starke Verteidigungs- und Krisenmanagementfähigkeit der EU sind daher entscheidend. Österreich muss sich aktiv beteiligen und mit erhöhter Verteidigungsbereitschaft auf die gewachsenen Bedrohungen reagieren, um seine Interessen zu wahren und die Bevölkerung zu schützen.
Das Risikobild wird seit 2015 von der Abteilung Verteidigungspolitik und Strategie des BMLV veröffentlicht. Jährlich werden in der begleitenden Informationsveranstaltung die Kernaussagen vorgestellt, um über die Sicherheitslage zu informieren und für Österreich relevante Risiken aufzuzeigen.
Weiterführende Informationen: https://verteidigungspolitik.at/risikobild
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