
Preiskommission startet mit Sonderprüfung: Regierung nimmt Spritpreise unter die Lupe
„Wenn der Ölpreis sinkt, die Preise an der Zapfsäule aber nicht, dann stimmt etwas nicht“ – Staatssekretärin Königsberger-Ludwig begrüßt Sonderprüfung der Preiskommission
Die Preiskommission tritt morgen Nachmittag erstmals in neuer Besetzung zusammen. Als ersten Auftrag erhält sie von der Bundesregierung eine Sonderprüfung der Entwicklung der Spritpreise. Hintergrund ist die seit Jahren auffällige Diskrepanz zwischen sinkenden Rohölpreisen am Weltmarkt und weitgehend stabilen oder sogar steigenden Preisen für Benzin und Diesel in Österreich. Die Sonderprüfung soll klären, wo entlang der Wertschöpfungskette Preisnachlässe verloren gehen und warum sinkende Rohölpreise nicht in gleichem Ausmaß zu sinkenden Spritkosten führen.
Staatssekretärin für Konsumtent:innenschutz Königsberger-Ludwig begrüßt diesen Schritt ausdrücklich: „Seit dem Jahr 2022 hat sich der Rohölpreis etwa halbiert, die Preise an der Zapfsäule sind aber nur um rund 30 Prozent gesunken. Allein im Jahr 2025 ist der Ölpreis um fast 30 Prozent gefallen, während die Spritpreise quasi stillstehen. Das ist nicht nachvollziehbar. Wenn der Ölpreis sinkt, die Preise an der Zapfsäule aber nicht, dann muss hier jemand ein Körberlgeld verdienen und da werden wir jetzt genauer hinschauen.“
Kraft- und Schmierstoffe haben mit 4,4 Prozent ein erhebliches Gewicht im Warenkorb des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – entsprechend groß ist ihre Bedeutung für die Inflation insgesamt.
SPRITPREISE ENTKOPPELT VON DER ROHÖLPREISENTWICKLUNG
Die aktuellen Daten zeigen eine klare Schieflage: Zwischen Anfang Jänner 2025 und Dezember 2025 ist der Brent-Rohölpreis in Euro um 30,3 Prozent gesunken. Gleichzeitig blieben die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl weitgehend stabil. Im Dezember 2025 lag der Ölpreis im Jahresvergleich um 24,7 Prozent niedriger, während der HVPI für Treibstoffe um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.
Aus der ökonomischen Forschung ist bekannt, dass Preissenkungen im Großhandel oft nur verzögert oder unvollständig an Konsument:innen weitergegeben werden, während Preiserhöhungen rasch und vollständig ankommen. Auch die Kostenverteilung entlang der Kette deutet auf steigende Margen hin.
NEUE PREISKOMMISSION: BREITER SCHULTERSCHLUSS GEGEN TEUERUNG
Mit der Reform 2025 wurde die Preiskommission neu aufgestellt und deutlich gestärkt. In der neuen Besetzung sind der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Arbeiterkammer (AK), das Sozialministerium (BMASGPK), das Finanzministerium (BMF), das Wirtschaftsministerium (BMWET), das Umweltministerium (BMLUK) sowie die Landwirtschaftskammer vertreten. Ziel ist es, die Teuerungsbekämpfung aktiv zu unterstützen und durch laufende Marktbeobachtung frühzeitig auf problematische Preisentwicklungen hinzuweisen.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK)
E-Mail: pressesprecher@sozialministerium.gv.at
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