
Schallmeiner/Grüne zu Sanitäter:innen-Gesetz: Regierung muss liefern
Ausbildungsoffensive entlastet Spitäler und verbessert die Versorgung
„Die gestern präsentierten Zahlen aus der Fachwelt sind eindeutig: Ein – wie international üblich – Professionalisierungsschub im Rettungswesen ist kein ,Nice-to-have‘, sondern ein wichtiger Hebel, um das überlastete Gesundheitssystem zu stabilisieren“, sagt der Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, und stellt klar: „Was Expert:innen seit Jahren sagen, liegt jetzt schwarz auf weiß auf dem Tisch. Besser ausgebildete Notfallsanitäter:innen mit entsprechender Kompetenz bedeuten bessere Versorgung für Patient:innen und gleichzeitig eine massive Entlastung für Spitäler und Ambulanzen.“
Bei der gestrigen Pressekonferenz von Arbeiterkammer, Bundesverband Rettungsdienst und Samariterbund wurde deutlich: Derzeit dauert die höchste Ausbildungsstufe im Rettungsdienst in Österreich nicht einmal ein Jahr. In vielen anderen europäischen Ländern sind es drei Jahre oder mehr. Gleichzeitig steigen Einsatzzahlen, Komplexität und Druck auf Notaufnahmen stetig.
Laut den präsentierten Berechnungen ergibt sich ein mögliches Entlastungspotenzial von über 800 Millionen Euro jährlich, während der Ausbau der Ausbildung mit rund 19 Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlagen würde. „Das ist gesundheitspolitisch und budgetär eigentlich ein No-Brainer. Wer vorne in der Versorgungskette investiert, spart hinten im teuersten Bereich – nämlich im Spital. Trotzdem erleben wir aktuell immer noch Stillstand in dieser Sache“, kritisiert Schallmeiner.
Die Grünen haben das Thema im gestrigen Gesundheitsausschuss erneut mittels Entschließungsantrag auf die Tagesordnung gesetzt. „Unter Grüner Verantwortung wurde ein Evaluierungsprozess gestartet, damit endlich alle Zahlen, Daten und Fakten vorliegen. Diese liegen schon längst vor und trotzdem wird durch die Regierungsmehrheit vertagt. Wohl auch, weil sich einzelne Bundesländer gemeinsam mit Stakeholder:innen gegen eine tiefgreifende Reform wehren“, so Schallmeiner und weiter: „Ein gemeinsames parlamentarisches Signal für ein Sanitäter-Gesetz, das im 21. Jahrhundert angekommen ist, wäre dringend notwendig. Positive Wortmeldungen reichen nicht. Wir brauchen die überfällige Reform, die im System ankommt.“
Wichtig aus Grüner Sicht dabei: Die Weiterentwicklung richte sich nicht gegen das Ehrenamt, sondern sichert es ab. Gemischte Teams mit höher qualifizierten Notfallsanitäter:innen würden Ehrenamtliche entlasten, die Versorgungssicherheit erhöhen und die Attraktivität des Berufs steigern. Schallmeiner abschließend: „Wir reden hier über bessere Entscheidungen am Einsatzort, weniger unnötige Transporte, weniger Drehtür-Medizin und mehr Zeit für Notfälle. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Das Regierungsprogramm kündigt eine Novelle an, jetzt muss die Regierung liefern.“
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