
EU-Autopaket verfehlt industriepolitischen Zweck – hunderttausende Arbeitsplätze weiter in Gefahr
Die von der Europäischen Kommission (EK) vorgestellten Vorschläge zur Rettung der Automobilindustrie bleiben aus Sicht der eFuel Alliance Österreich deutlich hinter den Erfordernissen für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigungssicherung zurück. Entgegen dem Versprechen einer „Technologieoffenheit“ wird das faktische Monopol der Elektromobilität weiter ausgebaut – mit dramatischen Folgen für Europa als Industriestandort.
Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsanalysten Günther Oswald zeigt das Ausmaß der Krise deutlich: Allein in den Jahren 2024 und 2025 wurden in Europa 166.000 Arbeitsplätze in der Autoindustrie zur Streichung gemeldet. Seit 2019 summiert sich der Jobabbau auf 378.000 Stellen (siehe Abbildung 1). Neue Arbeitsplätze entstehen kaum noch. Österreich zählt wie Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Jobverlusten.
Die EK stellt zwar in Aussicht, ab 2035 geringe Emissionsrestmengen etwa über klimafreundliche Materialien oder alternative Kraftstoffe zu kompensieren. In der Praxis bedeutet das jedoch keine echte Öffnung: Nachhaltige Kraftstoffe werden nicht gleichwertig anerkannt, sondern gegenüber dem Status quo sogar noch weiter eingegrenzt. Gleichzeitig werden neue Kaufzwänge eingeführt. So sollen Flottenbetreiber bereits ab 2030 mehrheitlich Elektrofahrzeuge anschaffen – in Österreich 58 Prozent der Neuwagen. Andere klimafreundliche Technologien werden 2030 anerkannt, aber 2035 wieder ausgebootet. Das wirkt unmittelbar: Wo ein Ablaufdatum feststeht, wird nicht mehr investiert.
Stephan Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich, bringt das Problem auf den Punkt: „Die Kommission hat nicht geliefert, was bestellt wurde. De facto zementiert sie das E-Auto-Monopol weiter ein. Von Pragmatismus ist wenig zu sehen, viel zu klein sind die Räume (nur 3 bzw. 7 Prozent der Neuwagen wären maximal betroffen, siehe Abbildung 2), die anderen Technologien zugestanden werden. Um eine Öffnung zu gewährleisten, müssten nachhaltige Kraftstoffe, allein und in Kombination mit Elektroantrieb, ohne Wenn und Aber sofort Anerkennung finden, nicht erst 2035.“
REGULIERUNG BESCHLEUNIGT JOBVERLUSTE
Die Studie von Günther Oswald zeigt, dass die Kombination aus europäischer Regulierung und geopolitischem Umfeld zu einer hochgefährlichen Mixtur für die Autoindustrie geworden ist. Während China, Indien und die USA industriepolitische Rahmenbedingungen strategisch weiterentwickeln, führt Europas Kurs zu Produktionsrückgängen, Standortschließungen und wachsender Importabhängigkeit.
BESONDERS ALARMIEREND:
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Die Talfahrt hat 2019 eingesetzt, aber seit 2024 ist der Verlust an Arbeitsplätzen stark gestiegen: VON 2019 BIS 2025 WAREN ES 378.000, ABER AUF 2024/25 ALLEIN ENTFIELEN 166.000 (45%).
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IN DEUTSCHLAND WURDEN ALLEIN 2024/25 RUND 109.000 JOBSTREICHUNGEN GEMELDET.
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ÖSTERREICH VERZEICHNET SEIT 2024 KNAPP 5.000 VERLORENE JOBS ALLEIN IN DER AUTOMOTIVINDUSTRIE (Faktor 2 in der Autowirtschaft insgesamt laut Schätzung der eFuel-Alliance Österreich).
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DER JOBABBAU ERFASST MITTLERWEILE GANZ EUROPA, AUCH OSTEUROPA.
Günther Oswald warnt daher: „Der alleinige Fokus auf Elektromobilität wird weiter zigtausende Arbeitsplätze kosten. Europa schwächt seine Autoindustrie durch politische Entscheidungen, während andere Weltregionen gezielt ihre Standorte stärken.“
HORRENDE KLIMASTRAFEN HELFEN DER KONKURRENZ
Besonders kritisch sieht die eFuel Alliance Österreich die sogenannten Klimastrafen, die laut Branchenkennern mittlerweile schon auf 16 Milliarden Euro pro Jahr angestiegen sind. Diese fließen derzeit nicht in europäische Investitionen zurück, sondern helfen außereuropäischen Herstellern, Marktanteile in der EU zu gewinnen – zulasten heimischer Produzenten. Stephan Schwarzer fordert daher einen klaren Kurswechsel: „Diese Finanzmittel müssen bei den europäischen Herstellern verbleiben und für deren Investitionen genutzt werden. Alles andere beschleunigt den Abfluss von Wertschöpfung und Know-how.“
KUNDEN MÖGEN KEIN ZWANGSJACKE
Neben den industriepolitischen Folgen kritisiert die eFuel Alliance auch die Missachtung realer Marktgegebenheiten. Der E-Auto-Anteil an den Neuwagenverkäufen in der EU liegt aktuell bei rund 17 Prozent. Viele Kunden können oder wollen E-Autos nicht nutzen – aus infrastrukturellen, wirtschaftlichen oder praktischen Gründen. „Die EU darf den Kunden nicht in eine Zwangsjacke stecken“, so Schwarzer. „Wer kein E-Auto fahren kann oder will, muss sich trotzdem klimaverträglich fortbewegen können – mit Kraftstoffen, die nicht aus einem Bohrloch stammen, sondern aus Produkten auf Basis von Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft.“
APPELL AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT
Die eFuel Alliance Österreich sieht nun das Europäische Parlament in der Verantwortung. In den anstehenden Ausschussverhandlungen müsse es seiner Rolle als Gesetzgeber gerecht werden und die Vorschläge der Kommission grundlegend korrigieren. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit“, warnt Schwarzer. „Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel – viele sind bereits verloren. Gerade Österreich ist stark betroffen. Ausbleibende Aufträge aus Deutschland, Frankreich oder Italien lassen sich durch Exporte nach Fernost kaum kompensieren. Die Studie von Günther Oswald macht klar: Ohne echte Öffnung für alle Technologien droht der weitere Niedergang der europäischen Autoindustrie. Klimaziele lassen sich mit Innovation als Motor und Kundenbedürfnissen als Maßstab erreichen – nicht durch immer übergriffigere Regelwerke.“
eFuel Alliance Österreich
Dr. Stephan Schwarzer
Generalsekretär
Telefon: +43 664 381 88 26
E-Mail: s.schwarzer@efuel-alliance.at
Website: https://www.efuel-alliance.at
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