Große Bildungsumfrage mit 46.385 Befragten bekräftigt Notwendigkeit einer Bildungsreform

83 % der Schüler*innen, 74 % der Eltern und 71 % der Pädagog*innen für Reform der Lehrpläne und Lerninhalte

Im Rahmen eines Medientermins stellten heute Dienstag BILDUNGSMINISTER CHRISTOPH WIEDERKEHR und der GESCHÄFTSFÜHRER DES MEINUNGSFORSCHUNGSINSTITUTS PUBLIC OPINION STRATEGIES, PETER HAJEK die Ergebnisse einer groß angelegten Meinungsumfrage zum aktuellen Zustand des österreichischen Bildungssystems, an der 46.385 Personen (19.155 Eltern, 19.249 Pädagoginnen und Pädagogen, 6.628 Schülerinnen und Schüler sowie weitere Personen, die in keine der zuvor genannten Kategorien, fallen) teilgenommen haben, vor.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr hatte in seiner Grundsatzrede zum Thema Bildung im vergangenen November den „Plan Zukunft“ skizziert und eine breite Beteiligung der Bevölkerung an einer Reform des Bildungssystems angekündigt.

Eine erste Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzustellen, hatten Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Personen, die keiner dieser Kategorie angehören, im Rahmen der vom Meinungsforschungsinstitut Public Opinion Strategies unter der Leitung von Peter Hajek durchgeführten großen Bildungsumfrage. Abgefragt wurden diverse Fragestellungen zum aktuellen Zustand und zur Reform der Bildung in Österreich.

DAS AKTUELLE BILDUNGSSYSTEM BEREITET UNSERE KINDER UNGENÜGEND AUF DAS LEBEN VOR, NEUGESTALTUNG DES LEHRPLANS WIRD POSITIV GESEHEN

Die Befragten bewerten die Zukunftstauglichkeit des österreichischen Bildungssystems insgesamt kritisch. Auf einer sechsstufigen Skala (1 = „ja, sehr“, 6 = „nein, überhaupt nicht“) liegt der Mittelwert bei 3,5 unter Schülerinnen, 3,8 bei Lehrerinnen und 4,3 bei Eltern, die damit am skeptischsten sind. Parallel dazu sprechen sich klare Mehrheiten für eine Aktualisierung der Lehrpläne aus: 83 % der Schüler*innen, 74 % der Eltern und 71 % der Pädagog*innen befürworten die Reduktion bestehender Lerninhalte, um Platz für neue Unterrichtsthemen zu schaffen.

GRÖSSTE WAHRGENOMMENE HERAUSFORDERUNG FÜR SCHULE LIEGT AUSSERHALB DES UNTERRICHTS SELBST – INSBESONDERE IM EINFLUSS SOZIALER MEDIEN AUF KONZENTRATION UND VERHALTEN

Der Einfluss sozialer Medien auf Lernen, Konzentration und Verhalten wird von den Befragten als zentrale Belastung für das Bildungssystem eingeschätzt. Unter Pädagog*innen erreicht dieser Aspekt mit einem Mittelwert von 5,3 (auf einer Skala von 1 = „gar keine Herausforderung“ bis 6 = „sehr große Herausforderung“) den höchsten Wert aller abgefragten Themen. Auch Eltern sehen hier die größte Herausforderung (Mittelwert 5,0). Damit rangieren soziale Medien deutlich vor strukturellen Problemen wie Lehrkräftemangel oder Ausstattung der Schulen.

UNABHÄNGIG VON DER PERSPEKTIVE WIRD SCHULE PRIMÄR ALS ORT DER VERMITTLUNG SOZIALER KOMPETENZEN UND KRITISCHEN DENKENS VERSTANDEN

Bei der Frage nach den wichtigsten im Unterricht zu vermittelnden Kompetenzen herrscht über alle Gruppen hinweg große Einigkeit. Soziale Kompetenzen und kritisches Denken belegen bei Lehrerinnen (Mittelwerte 2,0 bzw. 2,7), Schülerinnen (2,7 bzw. 3,2) und Eltern (2,4 bzw. 3,2) jeweils die Spitzenplätze. Die Ergebnisse unterstreichen ein Bildungsverständnis, das Schule vor allem als Ort sozialer und reflexiver Fähigkeiten sieht.

Erkenntnisse, die aus der Bildungsumfrage gewonnen werden konnten, sollen auch in den „Plan Zukunft“, den Bildungsminister Wiederkehr Ende März vorstellen will, einfließen.

Dazu Bildungsminister Christoph Wiederkehr: „Es ist ein starkes Zeichen, wie wichtig Bildung uns allen ist, nachdem über 46.000 Personen an unserer großen Bildungsumfrage teilgenommen haben. Ich fühle mich in meiner täglichen Arbeit für die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und die Lehrkräfte bestärkt, dass das Bildungssystem der Zukunft unsere Kinder und Jugendlichen besser auf das Leben vorbereiten muss, als es das bisher tut und eine Neugestaltung der Lehrpläne dringend notwendig ist. Ich bedanke mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage für die aktive Teilnahme, denn so ist es möglich, dass Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern in die politische Arbeit einfließen!“

Bundesministerium für Bildung
Manfred Kling, Mediensprecher
Telefon: 01/531205034
E-Mail: Manfred.Kling@bmb.gv.at

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