
Verein Plattform Fenster Österreich fordert ausgewogenen und zielführenden Sanierungsbonus
Die österreichische Fensterindustrie äußert massive Kritik an der unangekündigten und sofortigen Einstellung des Sanierungsbonus für thermisch-energetische Sanierungen. Am 2. Februar 2026 kündigte das zuständige Klimaschutzministerium an, den Fokus des Sanierungsbonus künftig auf den Kesseltausch zu setzen und die thermisch-energetische Sanierung nicht mehr zu unterstützen. Besonders irritiert zeigt man sich von der Vorgehensweise des Ministeriums.
OHNE PLANUNGSSICHERHEIT KEINE INVESTITIONEN
„Der plötzliche Förderstopp verursacht unseren Betrieben erhebliche wirtschaftliche Schäden. Die Unternehmen haben ihre Produktionsplanung, ihre Marketingmaßnahmen und Schulungsprogramme an den zugesagten Förderrahmen angepasst. Diese Investitionen laufen nun ins Leere“, kritisiert Dr. Manfred Gaulhofer, Vorsitzender des Vereins Plattform Fenster Österreich.
Bisher konnten Bürgerinnen und Bürger frei entscheiden, ob sie Fördermittel für Kesseltausch, thermische Sanierung oder Einzelmaßnahmen beantragen. Dass diese Spielregeln nun von einem Tag auf den anderen geändert werden, ist für die Fensterhersteller nicht nachvollziehbar. Für die heimische Fensterindustrie ist die Förderung eine zentrale Grundlage für die Geschäftsausrichtung im Jahr 2026. Die Betriebe haben auf eine steigende Fenstertausch-Quote und entsprechende Marktimpulse gesetzt. Diese sind angesichts der anhaltenden Schwäche der Bauwirtschaft und des massiven Rückgangs im Neubausegment seit 2024 dringend erforderlich.
„Mit dieser Vorgehensweise wird eine Vorzeigebranche geschädigt, die in Österreich produziert und die Wertschöpfung im Land hält. Verlässliche Rahmenbedingungen sind für unsere Unternehmen und unsere Kunden unerlässlich“, betont die Gaulhofer.
KLIMAPOLITISCH FRAGWÜRDIGER SCHWERPUNKT
Auch inhaltlich sieht die Branche den aktuellen Fokus kritisch. Die Priorisierung des Kesseltauschs gegenüber der thermischen Sanierung sei aus klimapolitischer Sicht nicht sinnvoll. „Eine verbesserte Wärmedämmung senkt den Heizwärmebedarf dauerhaft und sollte daher vor der Dimensionierung eines neuen Heizsystems erfolgen. Ein Kesseltausch ohne vorherige Sanierung führt zu überdimensionierten Anlagen und zu unnötig hohen Förderkosten“, sagt Gaulhofer.
Nach Angaben des Ministeriums waren Ende Jänner bereits 208 Millionen Euro der insgesamt 360 Millionen Euro abgerufen. Wenn davon rund zwei Drittel auf Sanierungen entfielen, wären etwa 137 Millionen Euro für thermische Maßnahmen beantragt worden. Durch den Förderstopp würden damit künftig nur rund 38 Prozent der Mittel in Sanierung und Fenstertausch fließen, während etwa 62 Prozent auf den Kesseltausch entfallen würden.
FORDERUNG NACH RASCHEM DIALOG
Die österreichische Fensterindustrie ersucht das zuständige Ministerium mit Nachdruck um ein zeitnahes Gespräch, um faire und verlässliche Rahmenbedingungen für die Betriebe sicherzustellen. „Wir brauchen Planungssicherheit und eine sachlich fundierte Förderpolitik, die sowohl wirtschaftlich als auch klimapolitisch sinnvoll ist“, fordert Gaulhofer abschließend.
Verein Plattform Fenster Österreich
Dieter Lechner
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