Iranische Regierung macht Bahá’í inmitten von Repression und massiven Menschenverlusten zu Sündenböcken

Erzwungene Falschgeständnisse und staatliche Hasspropaganda

_4. Februar 2026_ – In einer Zeit, in der die Forderungen der iranischen Bevölkerung nach Gerechtigkeit und einer Verbesserung der Lage des Landes mit Repressionen und schweren Verlusten an Menschenleben beantwortet werden, zeigt sich die Bahá’í-Gemeinde Österreichs zutiefst betroffen. Zugleich ist sie besorgt über die zunehmende Instrumentalisierung durch die iranische Regierung, die Bahá’í in einer Phase nationaler Krise gezielt als Sündenböcke darstellt.

Diese Strategie fügt sich in ein seit Langem bestehendes Muster ein: Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben die iranischen Behörden in jeder Phase nationaler Krisen – ob sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Natur – die Bahá’í systematisch durch falsche Anschuldigungen sowie koordinierte Desinformations- und Hasskampagnen ins Visier genommen.

In der vergangenen Woche wurden auf dem staatlichen Fernsehsender, Kanal 2, Sendungen ausgestrahlt, in denen falsche Anschuldigungen gegen die Bahá’í verbreitet wurden. Diese Ausstrahlungen gingen einher mit Berichten über eine Zunahme von Inhaftierungen von Bahá’í im ganzen Land.

Am 1. Februar 2026 wurden die sogenannten „Geständnisse“ zweier Bahá’í im Zusammenhang mit den Protesten – offenkundig unter Druck und Zwang erlangt – vom staatlichen Rundfunk der Islamischen Republik Iran (IRIB), dem wichtigsten staatlichen Medienorgan der iranischen Regierung, ausgestrahlt. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren seit vielen Jahren die Praxis erzwungener Geständnisse in iranischen Gefängnissen, wo Inhaftierte durch Drohungen und Folter zu falschen Selbstbezichtigungen gezwungen werden.

Während der jüngsten Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrates zu Iran am 23. Jänner 2026 in Genf wies die Bahá’í International Community (BIC) darauf hin, dass neben der 47-jährigen Erfahrung der Bahá’í-Gemeinde mit Verfolgung inzwischen immer mehr Menschen im Iran schweren Ungerechtigkeiten ausgesetzt sind. Die BIC brachte zudem ihre Solidarität angesichts der Berichte über zahlreiche Todesopfer im ganzen Land zum Ausdruck.

Die UN-Vertreterin der Bahá’í International Community in Genf, Simin Fahandej, unterstrich: „Die Bahá’í im Iran haben trotz falscher Anschuldigungen und grausamer Verfolgung stets Widerstandskraft gezeigt und ihrem Land gedient. Ihren Glaubensprinzipien folgend haben sie jede Form von Gewalt entschieden abgelehnt. Sie haben sich geweigert, die hasserfüllten und ungerechten Methoden ihrer Verfolger anzuwenden. Ihr einziges Anliegen ist es, gemeinsam mit ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zum Wohlergehen ihres Landes beitragen zu können.“

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bahá’í-Gemeinde in Österreich, Isma Forghani, betonte abschließend: „Die unzähligen Fälle von Ungerechtigkeit und das tiefe Leid so vieler Menschen im Iran lasten schwer auf jedem Gewissen und erfüllen das Herz mit Kummer und Trauer. Alle Iranerinnen und Iraner haben das Recht, unabhängig von Religion oder Herkunft aktiv an der Gestaltung der Zukunft ihres Landes mitzuwirken. Wir rufen die internationale Gemeinschaft eindringlich dazu auf, die Instrumentalisierung der Bahá’í als Sündenböcke sowie ihre Verfolgung zu verurteilen und die Stimme für Gerechtigkeit für das gesamte iranische Volk zu erheben.“

Menschenrechtsbeauftragte
Mag Isma Forghani
Telefon: public@at.bahai.org

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